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Vom Personenverband zur Polizey: Die Entstehung des frühneuzeitlichen Staates

  • Klaus Türk
  • Thomas Lemke
  • Michael Bruch
Chapter
Part of the Organisation und Gesellschaft book series (OUG)

Auszug

Die Deklaration einer „epistemischen Souveränität“ (Rouse 1994, S. 103) in der Erkenntnis der Natur ist nicht zu trennen von dem Projekt der Konstitution der modernen politischen Souveränität. Die „Monopolisierung der legitimen Gewalt“ in Form des frühneuzeitlichen Staates markiert einen entscheidenden Bruch mit traditionellen Herrschaftskonzepten. Im Mittelalter gab es keine politischen Institutionen im Sinne personenunabhängiger Körperschaften; die Zeitgenossen verstanden unter „Staat“ vielmehr einen Herrschaftsverband, der sich durch ein Netzwerk von Abhängigkeiten und Verpflichtungen zwischen Herren und Gefolgschaft auszeichnete. Die herrschaftliche Gewalt wurde direkt von Menschen über Menschen ausgeübt, sie erstreckte sich von der Haus- und Grundwirtschaft bis hin zum Königtum und war daher weder zentralisiert noch räumlich gebunden. Entscheidende Bedeutung kam den Personenverbänden wie Stand oder Familie zu, in die man hineingeboren wurde, während das territoriale Prinzip oder die souveräne Konzentration von Herrschaftsrechten unbekannt war. Es war daher möglich, dass ein und dieselbe Person von verschiedenen Herren in unterschiedlicher Weise abhängig war; ebenso konnten in demselben Raum etwa Grand- und Gerichtsherrschaft, Dienst- und Abgabepflichten auseinander fallen.

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Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2006

Authors and Affiliations

  • Klaus Türk
  • Thomas Lemke
  • Michael Bruch

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