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Konstitution und Konturen des modernen Rationalitätsdispositivs

  • Klaus Türk
  • Thomas Lemke
  • Michael Bruch
Chapter
Part of the Organisation und Gesellschaft book series (OUG)

Auszug

Im Zentrum der mittelalterlichen Ordnungskonzeption steht das christlich geprägte klassische Naturrecht, das stoisch-aristotelische Vorstellungen aufnimmt und neu artikuliert. Demnach ist die physische ebenso wie die politische Welt das Werk eines Schöpfergottes und Teil eines theologischkosmologischen Kontinuums, das sich von Gott über die Menschen bis hin zur tierischen und pflanzlichen Natur erstreckt. In dieser Konzeption ist kein Raum für einen eigenständigen Bereich oder eine spezifische Gesetzmaßigkeit des Politischen, die politische Regierung ist vielmehr integraler Bestandteil einer umfassenderen göttlichen Schöpfungsordnung — ohne konzeptionell oder praktisch autonom zu sein. Im Mittelalter verweist das positive Recht immer auf das Postulat einer es übergreifenden und erst legitimierenden Gerechtigkeit, und die natürlichen Gesetze sind der konkreten politischen Verfassung grundsätzlich vorgeordnet (vgl. Sonntag 1999, S. 154 ff.). Das moderne Naturrecht bricht mit der antiken und mittelalterlichen politischen Theorie und führt eine Reihe von strategischen Umkehrungen ein. Diese lassen sich anhand der Differenzen zwischen den politischethischen Prinzipien von Aristoteles und Thomas von Aquin auf der einen und von Thomas Hobbes auf der anderen Seite illustrieren.

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Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2006

Authors and Affiliations

  • Klaus Türk
  • Thomas Lemke
  • Michael Bruch

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