Die analytisch-praktische Bedeutung des Gruppentheorems

Ein Blick in die Hintergründe
  • René König
  • Kurt Hammerich
Part of the René König · Schriften · Ausgabe letzter Hand book series (RKSALH, volume 15)

Zusammenfassung

Wenn man bedenkt, daß in den Sozialwissenschaften genau wie in anderen Disziplinen selbst die bedeutendsten Theoreme ungewöhnlich schnell trivialisiert werden – und zwar um so schneller, je mehr sie zum Gegenstand des öffentlichen Gesprächs werden –, so wird man sich nicht wundern dürfen, daß auch das Gruppentheorem diesem Erosionsprozeß ausgesetzt gewesen ist. Genau in diesem Sinne schreibt ein neuestes (1978) „Lexikon zur Soziologie“: „Gruppe, soziale Gruppe, eine im einzelnen sehr verschieden verwandte Bezeichnung für eine Mehrzahl von Individuen.“ Diese „Definition“ sagt in der Tat alles und gar nichts, ihr Formalismus ist bar jeglichen greifbaren Inhalts, so daß sich der Autor zu einer unmittelbar anschließenden spezifischeren Formulierung veranlaßt sieht: ,,Jedoch scheinen die meisten Definitionen wenigstens darin übereinzustimmen, daß zwei oder mehr Individuen dann eine Gruppe bilden, wenn die Beziehung zwischen diesen Individuen soweit als regelmäßig und zeitlich überdauernd betrachtet werden können, daß man von einer integrierten sozialen Struktur sprechen kann, es sich also nicht lediglich um eine bloße Menge oder Kategorie oder um eine momentane Ansammlung von Individuen handelt.“ Im Anschluß daran folgt in besagtem Lexikon bereits eine Aufzählung spezifizierter Gruppenarten, so daß man über die „integrierte soziale Struktur“ nichts mehr erfährt1.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2006

Authors and Affiliations

  • René König
  • Kurt Hammerich

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