Steuergerechtigkeit und persönliche Einkommensbesteuerung — aktuelle Entwicklungen in europäischer Perspektive

  • Margit Schratzenstaller

Auszug

Steuern sind in jedem modernen Industriestaat das wichtigste Instrument zur Finanzierung der öffentlichen Aufgabenerfüllung. Neben der fiskalischen Funktion — also der Aufbringung der für die Deckung der getätigten Ausgaben benötigten budgetären Mittel — kennt die traditionelle Steuerlehre eine Reihe weiterer Besteuerungszwecke. Steuern sollen zur Stabilisierung der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung beitragen (Stabilisierungsfunktion), sollen das Verhalten individueller Wirtschaftssubjekte beeinflussen (Lenkungsfunktion), und nicht zuletzt sollen sie die ungleiche Verteilung von Einkommen und Vermögen, die sich aus den Marktprozessen ergibt, abmildern, also als ein auf der Einnahmenseite der öffentlichen Haushalte angesiedeltes Instrument der staatlichen Verteilungspolitik einen Beitrag zur „sozialen Gerechtigkeit“ leisten (Neumark 1970; Eißel 2002). Daneben soll — auch dies stellt einen Aspekt der Steuergerechtigkeit dar — die Steuerlast gerecht auf die Steuersubjekte bzw. Steuerbemessungsgrundlagen verteilt sein (Musgrave/Musgrave/Kullmer 1993).

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Bundesministerium der Finanzen (2006): Die wichtigsten Steuern im internationalen Vergleich, in: Monatsbericht des BMF, No. 1/2006, S. 33–44.Google Scholar
  2. Bundesministerium der Finanzen (2005): Die wichtigsten Steuern im internationalen Vergleich, in: Monatsbericht des BMF, No. 1/2005, S. 37–53.Google Scholar
  3. Eißel, Dieter (2002): Einkommens-und Vermögensverteilung. Argumente gegen eine wachsende Schieflage, in: Eicker-Wolf, Kai/ Kindler, Holger/ Schäfer, Ingo/ Wehrheim, Melanie/ Wolf, Dorothee (Hg.): „Deutschland auf den Weg gebracht“. Rot-grüne Wirtschafts-und Sozialpolitik zwischen Anspruch und Wirklichkeit, Marburg, S. 87–124.Google Scholar
  4. European Commission (2005): Structures of the Taxation Systems in the EU, Luxemburg.Google Scholar
  5. Ganghof, Steffen (2004): Einkommensteuer in der globalen Arena, in: Max-Planck-Forschung, No. 3/2004, S. 48–52.Google Scholar
  6. Ganghof, Steffen (2002): Grüne Steuerpolitik — überangepasst oder sachgerecht?, in: Kommune. Forum für Politik, Ökonomie, Kultur, No. 5/2002, S. 43–46.Google Scholar
  7. Hall, Robert E./ Rabushka, Alvin (1995): The Flat Tax, 2. Auflage, Stanford.Google Scholar
  8. KPMG (2004): Corporate Tax Rate Survey 2004, o.O.Google Scholar
  9. Mennel, Annemarie/ Förster, Jutta (o.J.): Steuern in Europa, Amerika und Asien — Loseblattsammlung, Berlin.Google Scholar
  10. Musgrave, Richard A./ Musgrave, Peggy B./ Kullmer, Lore (1993): Die öffentlichen Finanzen in Theorie und Praxis, Band 2, 5. Auflage, Tübingen.Google Scholar
  11. Neumark, Fritz (1970): Grundsätze gerechter und ökonomisch rationaler Steuerpolitik, Tübingen.Google Scholar
  12. OECD (2005): Revenue Statistics, Paris.Google Scholar
  13. OECD (o.J.): www.oecd.org.Google Scholar
  14. Nowotny, Ewald (1999): Der öffentliche Sektor, 4. Auflage, Berlin et al.Google Scholar
  15. Reding, Kurt/ Müller, Walter (1999): Einführung in die Allgemeine Steuerlehre, München.Google Scholar
  16. Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (2003): Jahresgutachten 2003/04, Wiesbaden.Google Scholar
  17. Schratzenstaller, Margit (2003): Dualisierung von Einkommensteuersystemen — Stand und Perspektiven im internationalen Vergleich, in: DIW-Vierteljahrshefte, No. 4/2003, S. 535–550.Google Scholar
  18. Wissenschaftlicher Beirat beim Bundesministerium der Finanzen (2004): Flat Tax oder Duale Einkommensteuer? Zwei Entwürfe zur Reform der deutschen Einkommensbesteuerung, Berlin.Google Scholar

Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2006

Authors and Affiliations

  • Margit Schratzenstaller
    • 1
  1. 1.Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO)Deutschland

Personalised recommendations