Advertisement

Soziale Hybridität – Simmel und die Differenzierungstheorie

  • Thomas KronEmail author
Chapter
Part of the Neue Bibliothek der Sozialwissenschaften book series (NBDS)

Zusammenfassung

Unter sozialer Hybridität soll das Problem verstanden werden, soziale Prozesse und Gegebenheiten nur dann in eindeutigen begrifflichen Unterscheidungen fassen zu können, wenn es gelingt, als Definitionskriterium auf der Erfassungsebene ebenso eindeutige Grenzen zu ziehen. Dies ist aber oftmals kaum möglich. Selbst scheinbar naturgesetzlich gegebene Unterscheidungen wie z. B. die von Frau und Mann können wissenschaftlich kaum plausibel anhand eindeutiger Merkmalszuordnungen begründet werden, woran die Analysen zur Intersexualität erinnern. Mengentheoretisch formuliert: Eine soziale Menge kann ihrem Komplement, etwas Soziales kann seinem Gegenteil entsprechen. Derartige graduelle Zugehörigkeiten charakterisieren die Phänomene sozialer Hybridität. Wir sind alle sowohl Mann als auch Frau!

Literatur

  1. Beck, Ulrich. 1993. Die Erfindung des Politischen. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  2. Beck, Ulrich. 2004. Der kosmopolitische Blick oder: Krieg ist Frieden. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  3. Beck, Ulrich. 2007. Weltrisikogesellschaft. Auf der Suche nach der verlorenen Sicherheit. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  4. Frisby, David. 1988. Die Ambiguität der Moderne. In Schwentker: Max Weber und seine Zeitgenossen, Hrsg. Wolfgang J. Mommsen und Wolfgang Schwentker, 580–594. Göttingen: Vandenhoeck + Ruprecht Gm.Google Scholar
  5. Junge, Matthias. 2009. Georg Simmel kompakt. Bielefeld: Transcript.Google Scholar
  6. Kron, Thomas. 2005. Fuzzy-Logik für die Soziologie. Österreichische Zeitschrift für Soziologie 30 (3): 51–89.CrossRefGoogle Scholar
  7. Lang, Claudia. 2006. Intersexualität. Frankfurt a. M.: Campus.Google Scholar
  8. Latour, Bruno. 1998. Wir sind nie modern gewesen. Versuch einer symmetrischen Anthropologie. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  9. Luhmann, Niklas. 1988. Frauen, Männer und George Spencer Brown. Zeitschrift für Soziologie 17 (1): 47–71.Google Scholar
  10. Luhmann, Niklas. 1993. Paradoxie der Form. In Kalkül der Form, Hrsg. Dirk Baecker, 197–212. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  11. Luhmann, Niklas. 1997. Die Gesellschaft der Gesellschaft. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  12. Simmel, Georg. 1926. Der Konflikt der modernen Kultur. München: Duncker & Humblot.Google Scholar
  13. Simmel, Georg. 1984. Grundfragen der Soziologie. Berlin: Wagenbach.CrossRefGoogle Scholar
  14. Simmel, Georg. 1989a. Über sociale Differenzierung, Gesamtausgabe Bd. 2, 109–295. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  15. Simmel, Georg. 1989b. Philosophie des Geldes. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  16. Simmel, Georg. 1992. Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung. Frankfurt a. M.: Duncker & Humblot.Google Scholar
  17. Simmel, Georg. 1994. Lebensanschauung. Vier metaphysische Kapitel. Berlin: Duncker & Humblot.CrossRefGoogle Scholar
  18. Simmel, Georg. 1996. Der Begriff und die Tragödie der Kultur. In Hauptprobleme der Philosophie/Philosophische Kultur, Hrsg. Georg Simmel, Gesammelte Essais, 385–416. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  19. Simmel, Georg. 1999. Der Krieg und die geistigen Entscheidungen. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  20. Simmel, Georg. 2000. Wandel der Kulturformen. In Aufsätze und Abhandlungen 1909–1918, Hrsg. Georg Simmel, Bd. 2., 217–223. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  21. Weber, Max. 1980. Wirtschaft und Gesellschaft. Tübingen: Mohr.Google Scholar
  22. Zadeh, Lofti A. 1982. Fuzzy systems theory: A framework for the analysis of humanistic systems. In Systems methodology in social science research, Hrsg. Roger Valallo, 25–41. Boston: Kluwer Nijhoff Publishing.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2014

Authors and Affiliations

  1. 1.RWTH AachenAachenDeutschland

Personalised recommendations