Scheitern - Ein Desiderat der Moderne? pp 121-141 | Cite as
Der Zweite ist der erste Verlierer – Scheitern und seine Äquivalente im Sport
Zusammenfassung
Scheitern im Sport ist eines jener Themen, die verhältnismäßig häufig in medial-öffentlichen Diskursen zirkulieren und wenig im Spezialdiskurs der Sportwissenschaft kommuniziert werden. Der öffentliche Interdiskurs kreist um Gescheiterte im Sport, weil diese gleichsam die Sieger aufwerten. Für die Massenmedien erzeugen diese Kontraste gesellschaftliche Aufmerksamkeit. Wettkampfsituationen und Spannungselemente wecken beim Publikum Emotionen, wenn „unser Held“ oder „unser Team“ kläglich gescheitert ist. Dahingegen ist im sportwissenschaftlichen Diskurs das Phänomen des Scheiterns zugunsten einer Erfolgsorientierung unterbelichtet. So betrachten die Naturwissenschaften im Sport vor allem die Genese sportlicher Leistungen. Die entsprechende medizinische sowie bewegungs- und trainingswissenschaftliche Diagnostik ist darauf ausgerichtet, „optimiert zu trainieren“ und etwaige Fehler zu vermeiden. Die Sportökonomie begutachtet häufig innerhalb von Auftragsanalysen Sportmärkte, Konsummuster und wirtschaftliche Bedeutungen von Großevents im Hinblick auf ihre Effizienz und Effektivität . Die Sportpädagogen widmen sich vornehmlich Lern- und Transfereffekten des Sports.
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