Die Krise der Jungen in Bildung und Erziehung pp 184-186 | Cite as
Epilog
Zusammenfassung
Über die Figur schlechter Elternschaft und schlechter Pädagogik besitzt die mediale Jungenkrise eine hohe Suggestiv- bzw. im Foucaultschen Sinne Regierungskraft, eine Perspektive auf Jungen einzunehmen, die ihnen bestimmte Interessen und Bedürfnisse homogenisierend zuschreibt. Diese Perspektive ist keine notwendige, und es gibt gute Gründe, ihr nicht zu folgen. Abschließend sollen Einwände gegen diese implizite Figur guter Jungenpädagogik bzw. guter Jungen-Elternschaft formuliert werden. Es sind nicht alle Jungen so – auch wenn hegemoniale Geschlechternormen von vielen Jungen aufgegriffen werden (und auch werden müssen), denn Geschlechternormen sind keine einfache Wahl (vgl. Butler 2009). Aus Forschungen von Ruth Michalek (2006) ist zugleich bekannt, welche Varianz die Selbstverständnisse von Jungen bereits in einer einzigen Grundschulklasse umfassen. Diejenigen Normen, die im Jungenkrisendiskurs transportiert und naturalisiert werden (wild, ‚normal aggressiv‘ und nonkonform) sind traditionale Männlichkeitsnormen mit den ihnen inhärenten Ansprüchen an Autonomie und Dominanz.
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