Nein-Sagen – Die Demokratie bewegt sich!

  • Karl-Rudolf Korte

Zusammenfassung

Die etablierte Demokratie ist in die Kritik geraten. Zeitgleich organisiert sich eine Nein-Bewegung, die aber auch konstruktive Züge aufweist. Die Wut wächst und sie beginnt, sich zu organisieren. Straßenproteste rechnen weltweit mit den Bankern ab. Dort versammeln sich in der Regel Bürger, die nicht zu Berufs-Demonstranten zu zählen sind. Die so genannte bürgerliche Mitte protestiert in Deutschland, weil in ihrer Wahrnehmung die bürgerliche Politik gescheitert ist. Dazu gehörte bis dato immer das Sicherheitsversprechen für die Zukunft. Gerade traditionelle Volksparteien hatten Verlässlichkeit und ein Versprechen auf eine gewisse Planbarkeit des eigenen Lebens garantiert. Die Finanzkrise frisst offensichtlich viel an demokratischer Normalität auf. Selten zeigten sich so viele disparate Formen des Aufbegehrens und des öffentlich-kritischen Nachfragens, wie in 2011 zeitgleich nebeneinander. Die Suchbewegungen in der bürgerlichen Mitte sind Ausdruck der Krise der Repräsentation. Doch gleichzeitig mit dem facettenreichen Protest zeigen sich auch hoffnungsvolle Auswege. Dem Wutbürger entspricht durchaus auch ein Mutbürger in Deutschland.

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  • Karl-Rudolf Korte

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