Handbuch Offene Kinder- und Jugendarbeit pp 771-776 | Cite as
Bauwägen im ländlichen Raum
Zusammenfassung
Vorbemerkung: Das Problem lässt sich grundsätzlich nicht in den Griff bekommen, es sei denn durch eine konsequente Beseitigung (thematisch einschlägige Entscheidungs-Vorlage der Verwaltung an einen Landrat).
Jungsein und Aufwachsen im ländlichen Raum heißt für viele Kinder und Jugendliche auch heute noch eingeschränkte Mobilitätschancen, insbesondere an Wochenenden und in den Abendstunden. Ein reduzierter Aktionsradius bedeutet aber immer auch eine Verringerung der Möglichkeit der Nutzung von Angeboten. Hinzu kommt, dass in ländlich geprägten Regionen für Jugendliche tendenziell weniger Angebote vorhanden sind, die zudem auch in ihrer Ausgestaltung weniger vielfältig sind. In diesem Kontext wird nicht selten die Vermutung geäußert, dass bestimmte Jugendliche oder Gruppen von der lokalen Jugendarbeit nicht erreicht werden oder aber auch gar nicht erreicht werden wollen (so z. B. Klaas 2000). Zugespitzter formuliert: Es bestehe ein enger Zusammenhang zwischen Defiziten im Angebot generell und speziell der „offiziellen“ Jugendarbeit und der Entstehung von Bauwägen insbesondere in ländlichen Milieus (Defizithypothese; vgl. z. B. Sozialministerium Baden-Württemberg 2004).
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