Zusammenfassung
Das »Mittelmaß« als Maßstab vollkommener Lebensführung und affektive Extremhaltung als Kennzeichen des Lasters erwiesen sich in Lohensteins Roman als Ordnungskategorien im religiösen, ethischen und politischen Bereich. Das Ideal des Weisen und des politisch klugen Regenten ist durch eine maßvoll ausgleichende Verhaltensweise bestimmt, während dem Intriganten und Gewaltherrscher richtungsloses Agieren zwischen extremen Polen eigen ist. Vernunft und Leidenschaft allein entscheiden noch nicht über tugendhaftes oder lasterhaftes Handeln, sondern erst vernünftiger Vernunftgebrauch und äußerste Affektgetriebenheit.
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Notizen
- 3.Willi Flemming, Das schlesische Kunstdrama, Leipzig 1930, Einleitung, S. 51. Klaus Günther Just in der Vorbemerkung zu seiner Ausgabe der Afrikanischen Trauerspiele, S. VII.Google Scholar
- 15.Wolfgang Kayser, Lohensteins Sophonisbe als geschichtliche Tragödie, GRM 29, 1941, S. 20–39.Google Scholar
- 16.Erik Lunding, Das schlesische Kunstdrama. Eine Darstellung und Deutung, Kopenhagen 1940, S. 89 ff.Google Scholar
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