Zur Eröffnung des Symposions

(zugleich Vorbemerkung des Herausgebers)
  • Peter Wapnewski
Part of the Germanistische Symposien Berichtsbände book series (GERMSYMP)

Zusammenfassung

Meine Damen und Herren, im Namen des Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die dieses Mittelalter-Rezeptions-Symposion veranstaltet, und ihrer Kommission für Germanistische Forschung, die den Plan zu unserem Unternehmen gutgeheißen und seine finanzielle Förderung empfohlen hat, heiße ich Sie herzlich willkommen. Ich danke Ihnen dafür, daß Sie die Mühe der Vorbereitung und die Beschwernisse einer für manche sehr weiten Reise auf sich genommen haben, und hoffe, Sie werden den Eindruck gewinnen, daß solche Anstrengungen am Ende doch nicht nutzlos waren für Sie und für die Sache, um die es dabei geht:

Diese Begrüßungsworte, so unmittelbar und ungebrochen sie auch gemeint sind, erweisen sich doch als Zitat. Ich habe es wörtlich — unter Austausch lediglich des General-Themas — der Willkommens-Adresse entnommen, die Albrecht Schöne 1974 an die Teilnehmer seines Barock-Symposions richtete (»Barock-Symposion 1974«, 1976, S. XVII). Und zwar verfahre ich solchermaßen nicht aus vagem Anlehnungsbedürfnis oder dem Zwang eines rhetorischen Schemas heraus, sondern ich will auf die Tatsache hinweisen, daß unsre Veranstaltung bereits fest in einer Überlieferung steht: Das Zitat assoziiert Tradition.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Heinz Nicolai, Romantisierende und parodistische Tendenz in der ritterlichen Dichtung des ausgehenden Mittelalters. Ein geschmacksgeschichtliches Problem, S. 260. In: Festschrift Pretzel. Berlin 1963, S. 260–266.Google Scholar
  2. 1.
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  3. 4.
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  5. 6.
    Eine knappe, übersichtliche Einführung und eine Zusammenstellung der wichtigsten Literatur gibt jetzt K. Nyholm, Ulrich Füetrer. In: Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon. 2. Auflage. Hg. v. Kurt Ruh. Bd. 2. Berlin / New York 1980, Sp.999 ff.Google Scholar
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  7. 12.
    Die Ableitung des Namens mag der Autor selbst entwickelt haben, meint M. Müller, denn es war Gemeingut Gebildeter, »daß sich durch Etymologie eines Namens der Ursprung der bezeichneten Sache oder Person ermitteln lasse« (Michael Müller, Die bayerische ›Stammessage‹ in der Geschichtsschreibung des Mittelalters. Eine Untersuchung zur mittelalterlichen Frühgeschichtsforschung in Bayern, S. 343. In: Aventin und die Geschichte. Hg. von d. Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. München 1977, S. 341–371).Google Scholar
  8. 13.
    Die Geschichte der Belagerung und Zerstörung Trojas hat nicht zuletzt deshalb eine besonders starke Resonanz in der frühen volkssprachigen Literatur, weil Troja für die Ursprungssage Roms ebenso bedeutend ist wie für die Herkunftssage der Bayern und Franken. Dazu Anneliese Grau, Der Gedanke der Herkunft in der deutschen Geschichtsschreibung des Mittelalters (Trojasage und Verwandtes). Diss. phil. Würzburg 1938.Google Scholar
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    Zur Schale — Kern — Metapher, die das Verhältnis von Wahrheit und umhüllender poetischer Darstellung beschreiben dürfte, vgl. Jan-Dirk Müller, Gedechtnus. Literatur und Hofgesellschaft um Maximilian I. München 1982 (Forschungen zur Geschichte der älteren deutschen Literatur Bd. 2) S. 193.Google Scholar
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    In diesem Zusammenhang gilt weitgehend noch immer, was K. Schmid primär für den frühen mittelalterlichen Adel konstatiert: »Vornehmlich äußert sich das Selbst-bewußtsein des Geschlechtes in seiner Tradition und in der Pflege derselben — sei sie vorhanden oder geschaffen —, in der Übernahme also eines geistigen und materiellen Erbes. Würde, Herkunft, Verwandtschaft, Namen und Symbole, Stellung, Macht und Reichtum rechnen dazu […] Helden, Heilige und Könige werden als Vorfahren oder Vorläufer dem eigenen Geschlecht eingereiht oder in irgend einer Weise als zugehörig erachtet. Daher ist das Selbstverständnis eines Geschlechts die einzige Quelle, um es in seinem Dasein überhaupt verstehen zu können. Nicht die Genealogie im biologischen Sinne, sondern vielmehr das Bewußtsein der ihm eigenen Tradition ist es somit, was einem Geschlechte Geschichtlichkeit verleiht.« K. Schmid, Zur Problematik von Familie, Sippe und Geschlecht, Haus und Dynastie beim mittelalterlichen Adel, S.56 f. In: Zs. f. d. Geschichte des Oberrheins 66 (1958) S. 1–62.Google Scholar
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    Vgl. Michael Giesecke, ›Volkssprache‹ und ›Verschriftlichung‹ des Lebens im Spätmittelalter — am Beispiel der gedruckten Fachprosa in Deutschland. In: Literatur in der Gesellschaft des Spätmittelalters. Hg. v. Hans Ulrich Gumbrecht. Heidelberg 1980, S. 39–70.Google Scholar
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    Vgl. J.-D. Müller, Gedechtnus, S. 192, wo die historische Distanz besonders betont ist, aber auch ders., Rez. zu Chr. Rischer, Literarische Rezeption, S. 210. In: Daphnis 3 (1974) S. 208–211, wo die soziale Distanz im Vordergrund steht. Die ausführlichste und komplexeste Analyse der Dialoge findet sich bei J.-D. Müller, Funktionswandel ritterlicher Epik am Ausgang des Mittelalters, S. 30 f. In: Gesellschaftliche Sinnan-geböte mittelalterlicher Literatur. Hg. v. Gert Kaiser. München 1982 (Forschungen zur Geschichte der älteren Literatur Bd. 1) S. 11–35.Google Scholar
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  41. 122.
    Die Orientierung der Sprache an Wolfram von Eschenbach steht zu dieser These nicht im Widerspruch, wie H. U. Maak selbst feststellt, der Füetrer eingehende Stiluntersuchungen gewidmet hat: »Füetrer erkannte ganz richtig, daß seine Imitationen die Funktion des Vorbildes/nur dann angemessen zu erfüllen in der Lage sein würden, wenn er bei ihrer Abfassung Zustände, Sitten und sprachliche Gepflogenheiten der eigenen Zeit berücksichtigte und ihnen einen gewissen Raum gewährte.« Hans-Georg Maak, Das sprachlich-stilistische Vorbild von Ulrich Füetrers ›Aben-teuerbuch‹, S.217. In: ZfdPh 93 (1974) S. 198–217. Vgl. jedoch Chr. Rischer, Literarische Rezeption, S. 53 f., die demgegenüber die historisierende Absicht Füetrers betont.Google Scholar

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  • Peter Wapnewski

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