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48 Der Theatermacher

  • Stefan Krammer

Zusammenfassung

Thomas Bernhards Der Theatermacher ist das bisher am häufigsten inszenierte Stück des Autors. 1984 im Suhrkamp Verlag erschienen, wurde es am 17. August 1985 unter der Regie von Claus Peymann bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt. Es handelt von einem ehemaligen Staatsschauspieler, der zusammen mit seiner Familie in einem österreichischen Landgasthaus seine selbst verfasste Weltkomödie »Das Rad der Geschichte« zur Aufführung bringen möchte. Sein Vorhaben misslingt nicht nur deshalb, weil die Theatertruppe mit der ihr zugedachten Aufgabe überfordert ist und die Aufführungsverhältnisse vor Ort widrig sind, sondern – dramaturgisch zugespitzt – durch ein Gewitter und den dadurch verursachten Brand am Ende des Stückes. Mit der tragikomischen Darstellung einer künstlerischen Obsession, die am eigenen hohen Anspruch scheitert, reflektiert Bernhard durchaus selbstkritisch die diffizilen Bedingungen des Theatermachens. Bernhards Stück ist trotz seiner dekonstruktiven Polemik aber kein Abgesang auf das Theater, vielmehr ist es »Affirmation des Theatralischen« (Roth 1992, 30). Die zahlreichen Anspielungen auf konkrete Ereignisse und spezifische Verhältnisse am Theater sind für die performative Wirkung des Textes entscheidend und schließlich für den anhaltenden Erfolg des Stückes verantwortlich.

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Authors and Affiliations

  • Stefan Krammer
    • 1
  1. 1.Institut für GermanistikUniversität WienWienAustria

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