Heinrich Mann pp 43-86 | Cite as
Demokratischer Dichter und universeller Intellektueller im Kaiserreich
Zusammenfassung
Demokratischer Dichter im deutschen Kaiserreich — was ist das und wie kann einer das werden? Was Heinrich Mann in den 1920er Jahren in längeren Erwägungen reflektierte — das problematische Verhältnis von Dichtkunst und Politik — wußte und erfuhr schon der junge Anfänger: Ein Dichter, der »offenkundigste Vertreter des unbedingten Geistes, konnte damals im Staat [d.i. im Kaiserreich] nicht amtlich beglaubigt sein«, selbst dann nicht, wenn er ein Konservativer war (SJ, 456). Mann sah sich deswegen bereits in Opposition, als er in den 1890er Jahren — wie Flaubert gleichsam aus einer Position »entrüsteter Romantik« (GTF, 76) — die moderne Gesellschaft zu kritisieren begann. Als Monarchist war er Anti-Demokrat im weitesten Sinn, d.h. gegen den politisch-literarischen Komplex von Liberalismus und Sozialdemokratie, kulturellem Kosmopolitismus und Naturalismus eingestellt. Er blieb in dieser Spur des von Grund auf oppositionellen Künstlers, auch nachdem sich die politische Richtung seiner intellektuellen Kritik änderte, indem er sich mehr und mehr zur »Verehrung der Demokratie« (HM-Dok, 122) bekannte.
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