Einleitung: Warum Wien? Anmerkungen zu einer Geographie der Moderne

  • Dagmar Lorenz
Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Was bedeutet eigentlich der Terminus Wiener Moderne? Hätte sich dieser Begriff nicht längst als allgemein üblicher Terminus in den Literatur- und Kulturwissenschaften eingebürgert, so geriete man angesichts dieser Frage unweigerlich in eine ähnliche Lage wie der bedauernswerte Lord Chandos des ›Wiener Modernen‹ Hugo von Hofmannsthal, dem die »mit schlafwandelnder Sicherheit« geäußerten Begriffe und Urteile seiner Umgebung plötzlich »so unbeweisbar, so lügenhaft, so löcherig wie nur möglich« erschienen (s. Kap. 3.4). »Löcherig« allemal ist die Bestimmung des Gegenstandes, den dieser Band behandelt. So wirft die anfangs gestellte Frage nach dem Titel des Bandes immer weitere Fragen auf: diejenige nach einer brauchbaren Definition von ›Moderne‹ etwa, oder die Frage, warum zwar von einer Wiener Moderne, aber so gut wie nie etwa von einer Pariser Moderne die Rede ist — obwohl Paris doch unbestritten als ›die‹ herausragende europäische Metropole literarisch-künstlerischer Moderne-Entwicklungen und Programmatiken gilt. Ob Paris, Wien oder Berlin: Was die Rede von »der Moderne« in jedem Falle problematisch erscheinen lässt, ist ihre begriffliche Unschärfe.

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  • Dagmar Lorenz

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