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Der Pussy-Präsident. Sexuelle Konterrevolution versus Feministischer Civil War

  • Gabriele DietzeEmail author
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Zusammenfassung

Der Beitrag hebt hervor, dass eine Untersuchung der politischen Konstellationen um Trump nicht ohne Einbezug der feministischen Kämpfe und der gegenwärtigen politisch-diskursiven Entwicklungen um das Thema Sexismus und sexuelle Belästigung erörtert werden kann. Die Autorin analysiert, wie die durch Trump befeuerte sexuelle Konterrevolution in den USA den Anspruch auf die Verfügbarkeit über den weiblichen Körpers mit neuer Legitimität anreichert und damit zugleich die alte, heteronormative Geschlechterordnung mit ihren Asymmetrien und männlichen ‚Privilegien‘ wiederherstellt sowie konsolidiert. Dazu rekonstruiert der Beitrag den öffentlichen Umgang mit sexuellen Übergriffen auf Frauen und setzt diesen zu sexistischen Handlungen und Äußerungen Trumps in Beziehung. Dabei zeigt sich ein inzwischen öffentlich manifester Sexismus in der Politik der USA, der einer verqueren Logik folgend sowohl juristisch als auch diskursiv Effekte der Täter-Entlastung produziert. Diese Normalisierung und Banalisierung von Sexual Harassment, die vom Antifeminismus der Trump-Base massive Unterstützung erfährt, führt einerseits zu einer gestiegenen kulturellen Akzeptanz der nunmehr offen ausgelebten männlichen Ermächtigung über ge- und missbrauchte Frauenkörper.

Vorspiel

‚Sex-positiv‘ zu sein bedeutete in der Neuen Frauenbewegung der 1970er und 1980er-Jahre sich als Teil einer Sexuellen Revolution zu verstehen und damit die neuen Freiheiten – unterstützt von Pille und Abtreibungsrecht – produktiv zu machen (Nazarova 2016). Eine andere Fraktion des Second Wave Feminism sah dagegen in der gleichzeitig auftretenden Legalisierung von Pornografie und Sexindustrie eine Verlängerung und/oder gar Verschärfung der alten patriarchalischen Herrschaft (Bader 2016). Catharine MacKinnon, eine der Wortführerinnen der Anti-Pornografie-Bewegung, bemerkt lapidar: „Man fucks woman; subject verb object“ (MacKinnon 1989: 124).1 Im Gegensatz dazu bestand das sex-positive Lager – vertreten unter anderem durch die Queer-Theoretikerin Gayle Rubin – auf der sexuellen Agency von Frauen (auch in Teilen der Pornografie-Produktion) und griff die NoPorn-Fraktion der Neuen Frauenbewegung als heteronormativen Neo-Puritanismus an (Rubin 1993). Der Begriff ‚sex-positiv‘ hat sich inzwischen auch jenseits feministischer Fraktionskämpfe durchgesetzt und beschreibt Haltungen, die entgegen diverser konservativer Backlash-Versuche am Recht auf Abtreibungen und an einer sexuellen Liberalisierung festhalten wollen.

Könnte man in diesem Zusammenhang sagen, dass Donald Trump der erste sex-positive Präsident der Vereinigten Staaten ist? Nun ja, was die Offenheit gegenüber Sexualität betrifft, wäre das zutreffend. In der jüngeren Geschichte zählten bereits Serien-Ehebrecher wie John F. Kennedy oder „Ein Blowjob ist doch kein Sex“-Protagonisten wie Bill Clinton zu den US-Präsidenten. Doch alles wurde entweder mit verschämtem Schweigen übergangen oder als politische Verfehlung problematisiert. Kennedy wurde nach seiner Ermordung als ‚Camelot‘-Ritter seliggesprochen, und Bill Clinton hat Buße getan und seiner tapferen Frau das Feld überlassen. Donald Trump dagegen war ein Pionier der Sexindustrie, bevor er für die Präsidentschaft kandidierte. Er war der erste, der in seinen Casinos in Atlanta und Las Vegas Strip-Clubs einrichtete, und die Trump-Hotels gehören noch immer zu jenen Ketten, die in den Kabelfernsehprogrammen ihrer Gästezimmer pay per view-Pornofilme anbieten (Brannon 2016). Weiterhin war Trump der alleinige Unternehmer und Promotor der Miss Universe-Schönheitswettbewerbe.

Trump ist also insoweit sex-positiv, als er die sexuelle Revolution der 1960er-Jahre zu nutzen wusste, insofern diese die Kommerzialisierung von Sexualität im Kielwasser mit sich führte, indem sie Regulation, Verbote und Zensur zu Fall brachte und der Sexindustrie eine legale Geschäftsgrundlage eröffnete. Dennoch spricht Laurie Penny, eine junge sex-positive Feministin der dritten Welle, davon, dass Angloamerika im Zeichen einer „sexuellen Konterrevolution“ (Penny 2014: 149) stehe. Ihre Einschätzung ist nicht durch den Hinweis zu entwerten, dass sie von einer Latzhosen tragenden Anti-Porn-Altfeministin stammt. Penny votiert für weibliche sexuelle Agency, feminist porn und unterstützt die Anerkennung von Sexarbeit als normale berufliche Beschäftigung.

Bei der sexuellen Konterrevolution handelt es sich laut Penny um eine Art von Gegenbewegung, die sexuelle Objektwahl als exklusiv männliches Privileg re-installieren will. Eine solche finde dann statt, wenn „ritual sexual objectification“ von Frauen als erregend für Männer propagiert wird und man gleichzeitig unterstellt, dass es zu viele falsche Anschuldigungen wegen Vergewaltigung, Belästigung und Missbrauch gebe (ebd.: 150). Es geht Penny also nicht um Entsexualisierungs- oder Re-Traditionalisierungsprogramme, die Frauen zu züchtiger Kleidung anhalten oder sie wieder an den Herd zurückschicken wollen. Im Blick hat sie vielmehr Neulegitimierung der Verfügbarkeit über den weiblichen Körper als ‚Ding‘. Sie kritisiert, dass damit männliche Privilegien hergestellt, erlebt und kommuniziert werden.

Der Fall Kavanaugh

Beispielhaft konnte man diese Struktur zuletzt im Berufungshearing von Brett Kavanaugh, Trumps favorisiertem Kandidaten für einen freigewordenen Sitz am US-Verfassungsgericht, studieren, als die Psychologie-Professorin Christine Blasey Ford unglaubwürdig gemacht und erniedrigt wurde, als sie einen möglichen Vergewaltigungsversuch des Juristen vor den US-Senat brachte (Dietze 2018). Nimmt man Donald Trumps legendären „grab them by the pussy“-Ausspruch und Richter Kavanaughs möglicherweise zutreffenden – jedenfalls nicht hinreichend und mit der gegebenen Sorgfalt untersuchten – Vorwurf eines Vergewaltigungsversuchs, dann handelt es sich um Kommunikationsformen unter Männern. Professorin Blasey Ford hatte dem Senatsausschuss berichtet, dass ein Freund, Mark Judge, während Brett Kavanaughs vermutlichem sexuellen Übergriff lachend dabeigestanden habe: „She said she had never forgotten ‚the uproarious laughter‘ between the two and their having fun at my expense. I was underneath one of them while the two laughed […]. Two friends having a really good time together“ (Haag/Ruis 2018). Wie man es aus vielen Schilderungen des US-amerikanischen College-Lebens kennt, sind kollektive Besäufnisse und die Eroberung von Frauen, auch gegen deren Willen, Schmiermittel für „male bonding at the expense of women“, wie Lili Loofbourow in Slate schreibt (Loofbourow 2018).

Donald Trump hat den während der Wahlkampagne berühmt gewordenen „Pussy“-Satz 2005 gegenüber einem Journalisten geäußert, den er durch male bonding für sich einnehmen wollte. Was er eigentlich meinte, war etwa: ‚Wenn Du ganz oben angekommen bist, kannst Du Dir alles weibliche Fleisch aneignen, ohne irgendeine Sanktion fürchten zu müssen.‘ Um dem hier entwickelten Zusammenhang eine grobe Zuspitzung zu geben, kann man sagen, dass – nicht nur in Trumps Universum – die Anerkennung von Männern durch Männer in den beschriebenen Fällen über die Eroberung, Demütigung und Verletzung von Frauenkörpern stattfindet und erst dann gültig ist, wenn die Erfahrung mit anderen Männern geteilt wird. Wenn man dem Gesprächspartner nicht zutraut, dass er ähnlich kühn und ungefragt auf Frauen zugreifen könne, wird er verweiblicht: „You are a pussy“, sagte Trump zu dem Fernsehmann, den er gerade belehrt hatte, was man alles mit Frauen machen könnte, und der ihn wohl erstaunt und ungläubig angeschaut haben muss (Bullock 2016).

Zentral für dieses männliche Ermächtigungsmuster ist es, dass Frauen nicht als Persönlichkeiten mit eigenem Willen betrachtet werden dürfen, und – wie Penny formuliert – zu einem ‚Ding‘ werden müssen. Gegen Donald Trump liegen inzwischen 22 Anklagen und Zeugenaussagen wegen sexueller Belästigung vor. Nicht wenige stammen aus der Zeit, in welcher der Präsident noch Promoter von Schönheitswettbewerben war und sind von Kandidatinnen ausgegangen. Das ist umso bedeutsamer, als im Milieu von beauty pageants sexualisierte Aufmerksamkeiten zum Geschäft gehören. Daher ist es kein Zufall, dass frühe Feministinnen die berüchtigte Büstenhalterverbrennung bei den Miss America-Wahlen 1968 in Atlantic City durchzuführen planten.2

Der Kulturkritiker Georg Seeßlen spricht davon, dass das Genussuniversum des Präsidenten von sog. ‚Trumpfrauen‘ bevölkert sei, die ihren Status als Luxusware pflegen und zu einer „neoliberalen Renaissance des Patriarchats“ (Seeßlen 2017: 41) beitragen. Ihre Welt oszilliere zwischen „Barbie Houses und Playboy Mansion“ (ebd.: 39). Der Begriff ‚trophy wife‘, als welche die First Lady Melania oft gesehen wird, deckt sich mit dem, was Seeßlen die „sexuelle Ökonomie eines Sugar Daddy“ nennt, sprich: „reicher Sack hält schöne junge Frau aus“ (ebd.: 37). Im Netz kursieren zahllose Fotos, die Trump mit einer oder zwei sexy Frauen – am liebsten Schönheitsköniginnen – im Arm zeigen.

Einige der Miss-Kandidatinnen auf den Schönheitskonkurrenzen erfüllten jedoch nicht das Erwartungsprofil von ‚Trumpfrauen‘. Ihnen gefiel nicht, dass Trump seine Position als Veranstalter und Promoter nutzte, um unangemeldet die Umkleidekabinen zu besuchen. Manche fühlten sich angestarrt, wurden nicht-einvernehmlich auf den Mund geküsst und angegrabscht: Samantha Holvey, frühere Miss North Carolina, gab zu Protokoll: „He would step in front of each girl and look you over from head to toe like we were just meat, we were just sexual objects, that we were not people“ (Grave/Morris 2017). Eine solche Art von Sexual Harassment ist in diesem Zusammenhang eine ständige Wiedervergewisserung des männlichen Privilegs. Jedes Zurückweichen, jeder erschrockene Aufschrei, jede gequälte Scham belästigter Frauen ist eine Bestätigung dafür, dass sie kontrolliertes Eigentum, benutztes Ding und damit Beweis für die Unangefochtenheit des männlichen Privilegs sind.

„Traffic in Women“ postmodern

Auf einer theoretischen Ebene haben wir es hier mit einer abgewandelten Kombination von „Traffic in Women“ nach Gayle Rubin (Rubin 1975) und „männliche[r] Herrschaft“ nach Pierre Bourdieu (Bourdieu 1997) zu tun. Rubin interpretiert einen von Männern unter Männern getätigten Frauentausch als konstitutiv für jede Gesellschaft, da sie damit ihre Reproduktion (und Frieden durch die Herstellung von Blutsverwandtschaft) sichert. Für diese Logik sei es wichtig, dass Frauen sich nicht selbst verschenken oder vergeben könnten und deshalb strukturell zum Objektstatus verdammt seien. Bourdieu wählt einen etwas anderen Weg, maskuline Dominanz zu erklären. Konstitutiv für männliche Herrschaft sei die Anerkennung von Männern untereinander. Dazu müssten sie ‚ehrgleich‘ sein, d. h. derselben gesellschaftlichen Kaste entstammen, um im Turnier ‚satisfaktionsfähig‘ zu sein.

Beide Anthropolog*innen gehen von einer Longue Durée der Frauenunterdrückung aus, leiten sie aber unterschiedlich her. Rubin kommt es darauf an, machtasymmetrische Sex-Gender-Systeme als Effekte einer sozialen Praxis zu verstehen, die auch beendet oder revolutioniert werden kann. Nach Bourdieu gehört in der kabylischen Gesellschaft, die er als Prototyp männlicher Herrschaft beschreibt, die untergeordnete Stellung von Frauen zur Doxa des Weltverständnisses. Der ganze Kosmos sei nach ‚oben‘ (= Mann) und ‚unten‘ (= Frau) geordnet und das habe sich in die Geschlechter-Körper eingeschrieben, die er als Gedächtnisspeicher versteht. Das heißt, auch wenn die realen Verhältnisse, z. B. über die gesetzliche Gleichstellung von Mann und Frau, sich geändert haben, kann der Habitus der Geschlechter hinter der Entwicklung zurückbleiben, muss dies aber nicht bei allen und in jedem Fall. Insofern ist die männliche Herrschaft in der Spätmoderne prekär und muss immer wieder erneut hergestellt und versichert werden.

Ein Echo alter Tausch- und Objektivierungssitten findet sich insbesondere in den Sphären, die hier als Träger einer sexuellen Konterrevolution von oben beschrieben werden. Zu denken ist etwa an den Brauch, dass die Braut dem Bräutigam von ihrem Vater übergeben wird, sowie an die Institution der Debütantinnenbälle, bei denen weißgekleidete Mädchen als Heiratsmaterial dargeboten werden. Moderne Formen von Objektivierung von Frauen finden sich in Sportarten, die Hyper-Maskulinität propagieren (also Turniere von ehrgleichen Männern): Cheerleader im Football oder Grid Girls bei Autorennen.

Diese Phänomene galten und gelten heute noch als üblich und normal. Aber sie sind über die Kulturrevolutionen von 1968, die verschiedenen Stadien der Neuen Frauenbewegung und des Feminismus und generell durch eine linksliberale Teilöffentlichkeit in die Kritik geraten. Es wurden unterschiedliche Maßnahmen ergriffen, um dieser Duldung und teilweise Heroisierung sexuellen Tausches, der Zurschaustellung und Überwältigung als Mannbarkeitsritus Einhalt zu gebieten. Sexual Harassment wurde juristisch definiert und den Geschädigten wurde es ermöglicht, Angreifer auf finanzielle Kompensation zu verklagen. Vergewaltigung in der Ehe wurde unter Strafe gestellt, ein Tatbestand übrigens, der von Trumps Anwalt Larry Cohen zu Fake News erklärt wurde, als während der Wahlkampagne angesprochen wurde, dass Trumps Ex-Frau Ivana ihn der Vergewaltigung beschuldigt hatte.3

College Rape

In der Ära Trump wurde nun antisexistische Politik nicht nur lächerlich gemacht oder für überflüssig erklärt, sondern es sind auch Strukturen, die Übergriffe verhindern sollten, zerschlagen worden. Das beste Beispiel dafür ist der Umgang mit sexualisierter Gewalt gegen Frauen in Studentenverbindungen – sog. Fraternities – in Universitäten und Colleges. In den letzten Jahrzehnten ist mehr und mehr in die Öffentlichkeit gekommen, in welchem Ausmaß diese stattfand und wie wenig die Universitätsverwaltungen dagegen unternahmen. Den Anstoß für die vermehrte Thematisierung gab ein Fall an der University of Virginia (UVA) aus dem Jahr 2012, der 2014 in einem Artikel der Zeitschrift Rolling Stone von der Journalistin Sabrina Erdely recherchiert worden war. Ich zitiere hier ausführlich aus der Beschreibung des Tathergangs, wie er von Erderly auf Basis der Gespräche mit der Studentin berichtet wird:

„[…] seven men took turns raping her, while two more – her date, Drew, and another man – gave instruction and encouragement. She remembers how the spectators swigged beers, and how they called each other nicknames like Armpit and Blanket. […] As the last man sank onto her, Jackie was startled to recognize him: He attended her tiny anthropology discussion group. He looked like he was going to cry or puke as he told the crowd he couldn’t get it up. ‚Pussy!‘ the other men jeered. ‚What, she’s not hot enough for you?‘ Then they egged him on: ‚Don’t you want to be a brother?‘ ‚We all had to do it, so you do, too.‘ Someone handed her classmate a beer bottle. Jackie stared at the young man, silently begging him not to go through with it. And as he shoved the bottle into her, Jackie fell into a stupor, mentally untethering from the brutal tableau, her mind leaving behind the bleeding body under assault on the floor“ (Erdely 2014).

Ich habe diesen Ausschnitt gewählt, weil er die Vergewaltigung als Gruppenerlebnis und Initiationsritus präsentiert, bei dem junge Männer sich gegenseitig ihrer Kühnheit und Stärke versichern, und weil sie die Brutalisierung durch Gruppendruck verdeutlicht, die das schwächste Glied der Angreifer nötigt, nicht nur mitzumachen, sondern sich auch in besonders brutaler Weise zu verhalten. Die Studentin spielt dabei als Person keine Rolle, sie ist „female flesh under capitalism“, wie Laurie Penny eine frühe sexualpolitische Polemik untertitelt (Penny 2011). Damit diese Szene ihre ganze Wirkmacht entfalten kann, bedarf es mehrerer Charakteristika. Neben den vergewaltigenden und anfeuernden Jungs braucht es ein Opfer, das triumphal unterworfen werden kann, und das sich im günstigen Fall auch im Nachhinein keine Gerechtigkeit verschaffen will und wenn es das doch tut, in der Machtstruktur kein Gehör findet.

Anhand der Reaktionen auf die hier geschilderten Vorkommnisse an der University of Virginia kann man wie in einem Brennglas studieren, wie die oben thematisierte sexuelle Konterrevolution orchestriert wurde. Zunächst mobilisierte die Veröffentlichung des UVA-Falles – insbesondere der dazugehörige Bericht über die Untätigkeit und Verdunklungsbemühungen der Universitätsleitung – die Obama-Administration dazu, die bestehenden Regelungen des Clery Act und des Title IX zu verschärfen.

Der Clery Act von 1990 – benannt nach dem brutalen Mord an der Studentin Jeanne Clery, begangen durch einen Kommilitonen, der sie zuvor auch vergewaltigt hatte – verpflichtete alle Universitäten, die staatliche Finanzierung erhielten, was auch bei den meisten privaten Universitäten zutrifft, eine Statistik über sexuelle Übergriffe auf dem Campus zu führen und zu veröffentlichen sowie Anlaufstellen für Opferberatung und -unterstützung einzurichten. Die Title IX-Regelung ist ein allgemeines Gesetz, das staatlich finanzierte Institutionen mit Entzug der Zuwendungen bedroht, falls sie keine Maßnahmen gegen sexuelle Diskriminierung ergreifen (Phillips 2016: 268).

Nachdem 2014, dem Jahr des UVA-Falls, weitere Skandale wie ein ‚Rape Guide‘ (eine Gebrauchsanweisung, wie man Erstsemesterstudentinnen am besten gegen ihren Willen zum Beischlaf zwingen könnte) im Dartmouth College (Kingkade 2014) oder Sprechchöre bei Aufnahmefeiern in Fraternities wie „No means yes! Yes means anal“ in der Yale University publik wurden, richtete die Obama Administration die White House Task Force on Protecting Students from Sexual Assault ein. In seiner wöchentlichen Radioansprache sagte Obama: „I want every young man in America to know, that real men don’t hurt women“ (Obama 2014). Schon 2011 hatte das Center for Public Integrity eine Studie über sexuelle Angriffe in Universitäten in Auftrag gegeben, die ergab, dass eine von fünf Studentinnen während ihres Studiums sexuell angegriffen worden sei (Lombardi/Jones 2009). Daraus erging in Zusammenarbeit mit der Staatsbehörde Department of Education Office for Civil Rights eine Anordnung an alle Universitäten – der sog. ‚Dear Colleagues Letter‘ – die empfahl, die Ermittlungsprozeduren der Beratungszentren dahin gehend zu verändern, den Rechtsgrundsatz des ‚begründeten Zweifels‘ (‚reasonable doubt‘) zugunsten des Angeklagten durch das Übergewicht der Beweise (‚preponderance of evidence‘) zu ersetzen: Falls es zu einer Anklage käme, sollte es demnach im Zweifelsfall für wahrscheinlicher gehalten werden, dass ein sexueller Angriff stattgefunden hat als dass es nicht so war.

Diese Interventionen – die journalistischen Recherchen zu Vergewaltigungen an Universitäten sowie der Artikel über die UVA im Rolling Stone und die Studien zur Häufigkeit von Collegevergewaltigungen – wurden zu symbolischen Schlachtfeldern in den Kulturkriegen um weiße Männlichkeit. Die Interventionen wurden in unzähligen Gegenstudien und Artikeln auseinandergenommen, angegriffen und ‚widerlegt‘, sodass es am Ende so schien, als seien nicht die untersanktionierten sexuellen Angriffe in Colleges das Problem, sondern als würden die Versuche, das Problem zu lösen, eine ernste Gefahr für Amerikas junge weiße Männer, die kommende Hoffnung der Nation, darstellen (Phillips 2016: 157–173).

Der Höhepunkt dieses Stimmungsumschwungs zeigte sich im Fall des Stanford-Studenten und Schwimm-Athleten Brock Turner, der bei einer Fraternity-Party nachweislich eine bewusstlose Frau vergewaltigt hatte und zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt wurde, von denen er drei Monate absitzen musste. Schon der Richter, früher selbst Sportler an einer berühmten Universität, hatte in seiner Urteilsbegründung angemerkt, dass dem Elite-Athleten keine längere Strafe zuzumuten sei, da dies sein Leben schwer beeinflussen würde. Sein Vater hatte dem Gericht geschrieben und gefordert, dass man seinem Sohn keine oder lediglich eine milde Strafe zukommen lassen sollte, da dieser schließlich nur 20 min einen erzwungenen Beischlaf ausgeübt habe (Walasek 2016).

In dieser sich drehenden Stimmungslage griff die Trump Administration ein und zu. Trumps Erziehungsministerin Betsy DeVos will in den staatlichen Leitlinien zum Umgang von Colleges mit sexueller Gewalt die Regel, die von einem ‚Übergewicht von Beweisen‘ auszugehen hatte, abschaffen. Mit dem Argument, dass man junge Männer vor falschen Anschuldigungen schützen müsse,4 will sie den ‚begründeten Zweifel‘ wieder als Leitlinie einführen. Feministinnen und die liberale Presse waren sich darin einig, dass Vergewaltigungen an Colleges damit wieder unter den Teppich gekehrt werden würden (Green 2018). Der Aufruhr um die Frage, ob Trumps Verfassungsgerichtskandidat Brett Kavanaugh als Schüler einer Eliteschule mit seiner Clique im trunkenen Zustand versucht habe, ein Mädchen zu vergewaltigen, spielt sich vor dem Hintergrund dieser Debatte ab. Seine Berufung illustrierte sowohl, dass, erstens, eine kulturelle Akzeptanz für die Wiedereinführung der ‚reasonable doubt‘-Regel für männliche Elitemitglieder besteht und dass, zweitens, die sexuelle Konterrevolution an Fahrt gewinnt und inzwischen wieder offen (und nicht mehr verdeckt) das Recht auf männliche Ermächtigung und Verbindung über ge- und missbrauchte Frauenkörper in Anspruch nimmt.

Feminist Civil War

Dass eine solche Entwicklung im 21. Jahrhundert nicht unwidersprochen bleibt, versteht sich von selbst. Nicht nur Feministinnen haben dem Präsidenten den Krieg erklärt und im Women’s March zur Inauguration des Präsidenten das Pussy-Machtsymbol umgekehrt. Sie trugen es pink und selbst gestrickt auf dem Kopf. Damit gelang eine Schamumkehr. Aus dem verborgenen und durch ungebetene Berührung verletzten ‚Geschlechtsteil‘, das der Geschädigten aufnötigte, sich zu schämen, war ein Fanal der Beschämung des Übergriffigen geworden. Der Aufstand von #MeToo hätte ohne Donald Trumps Liste der Beschuldigungen wegen sexuell ungebührlichem Verhalten und seinem ‚Pussy‘-Satz nicht die gleiche Kraft entfalten können.

Man könnte auch sagen: Der inzwischen öffentlich gewordene handgreifliche Sexismus in der US-amerikanischen Politik hat den Feminismus belebt (Misiak 2018). Letzten Endes ging es um die Logik: ‚Wenn so einer Präsident werden und damit etabliert werden kann, dass ein solches Verhalten ‚normal‘ ist, dann sollten wir uns umschauen, wie viele ‚normale‘ Belästiger wir in unserem Umfeld ähnlich ungeschoren davonkommen lassen und dies beenden.‘ Damit wurde die Konfliktzone in einen Zweifrontenkrieg ausgeweitet. Es wurde danach gesucht, was immer noch ungeahndet für selbstverständlich gehalten wurde, aber auch eine Sensibilität dafür entwickelt, dass sexuelle Aggression, insbesondere gegenüber sog. ‚emanzipierten‘ Frauen, zu einer neuen Waffe eines ‚aggrieved entitlement‘ geschmiedet wurde. Michael Kimmel schrieb ein solches Sentiment der neuen sozialen Formation von angry white men zu, die den Kern von Trumps base bilden.

Während die oben beschriebene Umdeutung von sexualisierter Gewalt auf dem Campus eher eine sexuelle Konterrevolution von oben anspricht, die einen über Frauenkörper führenden Weg ins Klassen-Privileg geschützt wissen will, findet sich ein Äquivalent des ‚aggrieved entitlement‘ auch in der Mittelklasse und darunter. Insbesondere in der sog. ‚Manosphere‘, die nach The Guardian-Kolumnistin Eva Wiseman aus „a mix of men – pick-up artists, male victims of abuse, father’s rights proponents – who come together online“ (Wiseman 2014) besteht, hat man zu einer Art von Krieg gegen Feministinnen aufgerufen, da sie angeblich Frauen ermutigen, sich sexuell zu verweigern und damit einige Männer um ihr verbrieftes Recht auf kostenlose sexuelle Aktivität bringen. Ein „Aufstand der Beta-Männchen“ (Strick/Dietze 2017) hat sich in Einzelfällen in das allgemeine amerikanische Genre der Massenerschießungen durch weiße Männer eingeklinkt. 2009 drang der dreiundvierzigjährige Mark Sordini mit einer Pump-Gun bewaffnet in eine Aerobic-Klasse ein und erschoss fünf junge Frauen und verletzte zwölf weitere, bevor er sich selbst richtete. In seinem Rucksack hinterließ er eine Botschaft, in der unter anderem stand: „A man needs a woman for confidence. He gets a boost on the job, career, with other men […]. He knows inside he has someone special to spend the night with“ (Kimmel 2017: 170).5

„Having a body is a preexisting condition“, stand beim Women’s March in New York am 21. Januar 2017 auf einem Poster. Neben der Anspielung auf die Kämpfe um Obamas Gesundheitsreform, im Zuge derer die Möglichkeit abgeschafft wurde, dass Krankenkassen die Annahme von Kunden verweigern konnten, wenn bei diesen bereits eine chronische Krankheit diagnostiziert worden war (‚pre-existing condition‘), weist das Plakat auf die krude Tatsache hin, dass Frauen in Frauenkörpern leben. Letzteres kann immer wieder dazu führen, dass diese von Männern betatscht, belästigt und vergewaltigt werden, und – das ist mit der Anspielung auf die Hilfe verweigernden Krankenkassen gemeint – dass es keinen institutionellen Schutz gegen sexualisierte Gewalt gibt. Im Gegenteil, männlich dominierte Wirtschaftsunternehmen und Staatsbürokratien verleugnen in Geschlechtskomplizenschaft angezeigte Übergriffe, verdecken sie und/oder halten sie mit Knebelverträgen aus der Öffentlichkeit heraus.

Vor der Debatte um #MeToo hatte das damit zu tun, dass Anklagen wegen sexueller Belästigung gewöhnlich mit einer außergerichtlichen Einigung (‚settlement‘) endeten. Den Frauen wurde es damit erspart, sich zu exponieren, den Unsicherheiten eines Jury-Urteils ausgesetzt zu werden und möglicherweise den Prozess zu verlieren. Darüber hinaus garantierte eine außergerichtliche Einigung den Erhalt einer Entschädigungssumme. Als Harvey Weinsteins Übergriffe publik wurden, wurde aufgedeckt, dass er innerhalb dreier Jahrzehnte bereits acht solcher außergerichtlichen Einigungen getroffen hatte. Diese Tatsache sowie seine ungebrochene Neigung zu Belästigungen dieser Art waren seinem Vorstand bekannt und wurden von diesem gebilligt, solange Weinstein bei jeder außergerichtlichen Einigung 250.000 US$ für den Erstfall nach Vertragsabschluss und 500.000 US$ für den Wiederholungsfall und dann exponentiell wachsend zusätzliche Summen für jede weitere Klage an die Firma zahlte.6

Nun besteht der Clou der außergerichtlichen Einigungen in den Zusatzvereinbarungen, die dem Angeklagten das Schweigen der Abgefundenen garantieren (‚affidavits of non-disclosure‘). Die Auszahlung der Entschädigungssumme für sexuelle Nötigung oder Belästigung ist mit der Unterzeichnung einer eidesstattlichen Erklärung verbunden, die wiederum an die Aussetzung einer hohen Strafgebühr gekoppelt ist, falls die Schweigepflicht gebrochen werden sollte. Harvey Weinstein hatte den ersten Opfern seines Fehlverhaltens, die trotzdem gesprochen hatten, Klagen angedroht und konnte nur durch seinen Rechtsberater von einem erneuten publicity-Desaster abgebracht werden. Das heißt, selbst wenn sich eine Frau entschließen konnte, ihren Belästiger anzuzeigen, war das fast immer gleichzeitig mit einer Omertà verbunden. Deshalb hat die Öffentlichkeit, obwohl die sexuellen Belästigungen systematisch waren und über Jahrzehnte anhielten, bis zum Start der #MeToo-Kampagne nichts davon erfahren. Als durch Indiskretionen immer mehr prominente Fälle ans Licht kamen, haben fast nie die betroffenen Frauen selbst gesprochen, weil sie Vertrauensbruch-Klagen befürchten mussten, sondern die Tatbestände wurden stattdessen mit anonymen Quellen belegt.7

Ob #MeToo nun ein nachhaltiger Erfolg war oder nicht, muss sich noch herausstellen. Zwei Fälle lassen zumindest Zweifel aufkommen. Ähnlich wie in dem Fall der Fraternity-Vergewaltigung an der University of Virginia werden die Stimmen lauter, die die Ankläger*innen zu diskriminieren suchen. Eine der Protagonistinnen von #MeToo, Asia Argento, wurde von dem jugendlichen Schauspielerkollegen Jimmy Bennett beschuldigt, ihn, als er 17 Jahre alt war, zu sexuellen Handlungen genötigt zu haben. Er gab an, dadurch traumatisiert worden zu sein (Heil 2018). Der New Yorker Staatsanwalt Eric Schneiderman, der die ersten Anklagen gegen Harvey Weinstein erhoben hatte und als Kämpfer gegen Sexual Harassment politische Sympathien erworben hatte, musste nach Belästigungsbeschuldigungen vier früherer Mitarbeiterinnen zurücktreten (Meyer/Farrow 2018). Die öffentliche Diskussion darüber, ob #MeToo nicht über das Ziel hinausgeschossen und von unglaubwürdigen Protagonist*innen vorangetrieben worden sei, gewann an Boden und es ist von einem „#MeToo-Backlash“ die Rede (Anonym 2018). Von vielen abgewickelten Managern ist bekannt, dass sie von ihren Firmen Millionensummen an Kompensationen erhalten, weil diese befürchten, von ihnen verklagt zu werden, weil sie einer Falschbeschuldigung Glauben geschenkt und dadurch die Angeklagten um große finanzielle Gewinne gebracht hätten.

Aber auch der feministische Bürgerkrieg ruht nicht. Die männerfreundlicheren Regularien von Betsy DeVos sind noch nicht rechtskräftig. Trotzdem hatte die Harvard Universität nach ihrer Verkündigung vorsorglich die Befragung eines Studenten abgebrochen, der beschuldigt worden war, in einer anderen Stadt und damit außerhalb der Universität eine Frau vergewaltigt zu haben. Ein Strafprozess fand nicht statt, da der Student behauptet hatte, es hätte sich um einvernehmlichen Sex gehandelt. Die Anklägerin hatte daraufhin einen Zivilprozess angestrengt, der noch nicht entschieden ist. Die Faculty of Arts and Sciences, die sich selbst strengere Regeln zur Verfolgung von sexueller Gewalt auferlegt hatte, bestand dagegen erfolgreich auf der Wiederaufnahme der Befragung. Zweifellos sollte hier ein Exempel statuiert werden, dass man mit der Trump/DeVos-Aufweichung der Sicherheitsstandards gegen sexuelle Belästigung nicht einverstanden war. Daraufhin verklagte der Beschuldigte die Universität, um festhalten zu lassen, dass eine Untersuchung etwaiger sexueller Verfehlung außerhalb des Campus nicht rechtens sei. Harvard selbst ist gespalten. Die Rechtsprofessorin Janet Halley gibt zu Protokoll:

„I think that the Obama administration so egregiously overdid it. We started out with a bad situation of underenforcement. The Obama administration corrected that by moving in the direction of overenforcement, overly broad definitions, and lack of fundamental fairness in the process“ (Ebbert 2018).

Die Universität dagegen verteidigt die Wiederaufnahme ihrer alten Politik mit den Worten:

„Harvard’s top priority remains ensuring the safety and well-being of every member of our community, supported through thoughtful and fair policies and procedures. Essential to this is ensuring that all members of our community are both encouraged to report and feel comfortable in reporting incidents of sexual and gender-based harassment, including sexual assault“ (ebd.).

‚Feminazis‘ und ‚the base‘

Donald Trump sitzt im ‚Herzen der Finsternis‘ oder man kann auch sagen, „er ist das Herz der Finsternis“. In ihm sind zwei Aspekte verkörpert: die Unterstützung eines giftigen Anti-Feminismus in der Trump-base und die Re-Installation eines weißen sexuellen Klassenprivilegs, das z. B. in Campus-Vergewaltigungen seinen Ausdruck findet, deren angebliche Lässlichkeit in den Kavanaugh-Hearings eindrücklich manifestiert wurden. Als Mitglied der Upper-Class – mehr als Tycoon, Popular Culture-Ikone und Präsident zu werden, geht eigentlich nicht8 – führt Trump den Kampf um die ungehinderte Fortsetzung von male bonding über die Zeugenschaft gemeinschaftlicher Benutzung von Frauen als Initiationsritus ins weiß-männliche Klassenprivileg. Das zeigt auch die entmutigende Unbestrafbarkeit seiner eigenen Eskapaden. Zuletzt ist es ihm gelungen, Prozesskosten von fast 300.000 US$ von der Pornodarstellerin Stormy Daniels einzuklagen, obwohl er ihr über seinen Anwalt Cohen, der dafür nun eine Gefängnisstrafe zu verbüßen hat, nachweislich Schweigegeld dafür bezahlt hatte, dass sie sich nicht mehr als seine ehemalige Geliebte bezeichne.

Der Schutz von Sugar Daddy-Allüren eines alten weißen Mannes ist jedoch nicht das Hauptanliegen der Trump-base, den angry white men aus dem ruralen heartland, das ihn zum Wahlsieg getragen hat. Hierfür brauchte er eine andere bonding-Strategie und in gewisser Weise auch eine andere sexuelle Konterrevolution. Diese hat er im aggressiven Anti-Feminismus der Beta-Männchen-Kultur gefunden und auf Hillary Clinton und ihr angeblich kriminelles Gebaren in der E-Mail-Affäre ausgerichtet. Noch in den Wahlauftritten zu den Midterm-Wahlen 2018, bei denen Hillary Clinton gar nicht kandidiert hatte, stimmte er mit seinen Fans rituelle und hasserfüllte Sprechchöre „Lock her up“ an. Clinton und mit ihr auch andere Karrierefrauen werden als das hässliche Gesicht des Feminismus dargestellt, die Heim und Herd vernachlässigen, um nach oben zu kommen. Sie sind es in den Augen der Trump-Unterstützer*innen, die die männliche Potenz öffentlich wirksam bedrohen. Dieses Klischee fand schon im Vorwahlkampf um die Nominierung von Obama seinen Ausdruck in einem Hillary Clinton-Plastik-Nussknacker, dessen Beine zum Knacken von Nüssen (‚ball-breaking‘) eingesetzt wurden (Dietze 2012: 92).

Interessanterweise ist Trumps Antifeminismus auch im weiblichen Teil seiner base sehr beliebt. Schon in der Tea Party-Bewegung, dem Treibhaus für Trumps späteren Erfolg, hatte es sich eingebürgert, Feministinnen als ‚Feminazis‘ zu bezeichnen. Den Begriff hat der rechtspopulistische Radiomoderator und Trump-Verehrer Rush Limbaugh geprägt, um den feministischen Kampf um die Beibehaltung der legalen Abtreibung zu diskreditieren: „I prefer to call the most obnoxious feminists what they really are: feminazis. […] I often use it to describe women who are obsessed with perpetuating a modern-day holocaust: abortion“ (Limbaugh 1992: 194). Arlie Hochschild traf in ihrer Studie über die Trump-Unterstützer*innen mit dem Titel Strangers in Their Own Land auf eine Interviewpartnerin, die ihr anvertraute, dass sie Rush Limbaugh lieben würde. Auf die Frage, warum die sehr freundliche und verbindliche Südstaatlerin einen solch kontroversen und hasspredigenden Radiomoderater verehre, antwortete sie, dass sie sich durch ihn vor den ‚Feminazis‘ beschützt fühle: „You know, feminist women, who want to be equal to men […]. Liberals think that bible believing Southerners are ignorant, backward, rednecks, losers. They think that we are racist, sexist, homophobic, and maybe fat“ (Hochschild 2016: 23).

Hier haben wir es mit einer anderen Front der sexuellen Konterrevolution zu tun: mit Bevölkerungsteilen, die mit der sexuellen Revolution eine Bedrohung des Zusammenhalts ihrer Familien verbinden. Als meist gläubige Christen sehen sie plötzlich wieder Chancen, den nie aufgegebenen Kulturkrieg gegen die Legalisierung der Abtreibung endlich doch noch gewinnen zu können. Die große Zustimmung für Brett Kavanaugh als möglichen Verfassungsrichter war in diesen Kreisen von der Hoffnung getragen, dass seine Stimme endlich eine Rücknahme der verhassten „Roe vs. Wade“-Entscheidung von 1973 bedeuten könnte.9 In dieser Perspektive wurde die anklagende Psychologieprofessorin Blasey Ford als eine ‚Feminazi‘ gesehen, der es nur um die straffreie Beseitigung der Früchte, sprich Babys, liberaler Lebensführung gehe. Auf diese Weise wird in einer verqueren Logik ein Präsident, der nachweislich Frauen mindestens sexuell belästigt hat, entlastet, und eine hochwahrscheinlich nicht sex-positive, vielleicht feministische, Professorin der Lüge und möglicher sexueller Ausschweifung verdächtigt, die konsensuellen Sex im Nachhinein als Vergewaltigungsversuch deklariert.

Coda

Der weiße Elefant oder der eigentliche Kern der Auseinandersetzung ist die Abtreibungsfrage, oder sagen wir es zugespitzter, das Bemühen der historisch absehbar zur Minderheit werdenden weißen Bevölkerung, ausreichend Nachwuchs zu produzieren, damit sie nicht ‚outnumbered‘ wird. Hier treffen sich der neue offene Sexismus, der alte Rassismus und seine Phantasmen vom ‚race-suicide‘.10 Weiße Frauen sollen zur Reproduktion angehalten werden und wenn beispielsweise diejenigen mit College-Ausbildung das nicht freiwillig tun und ‚Feminazis‘ werden, dann sollen Gesetze sie daran hindern, von etwas Gebrauch zu machen, was man in angloamerikanischen Ländern ‚reproductive freedom‘ nennt. In dieser Frage kooperiert die christlich argumentierende Trump-base mit der Diversity-feindlichen weißen republikanischen Elite.

Die Normalisierung und Banalisierung von Sexual Harassment, wie beim Kavanaugh-Hearing zu beobachten, ist insofern auch als Disziplinierungsinstrument zu verstehen. Männliche weiße Studenten der Universität von Sydney jedenfalls haben das so verstanden, als sie zur Feier anlässlich von Kavanaughs Wahlsieg laut „Grab them by the pussy“ singend über den Campus zogen (Regehr/Ringrose 2018: 357). #MeToo ist ein Teil des feministischen Bürgerkriegs, der auf die ‚Pussy-hats‘ des Women’s March folgte. Feministinnen sehen einen „fascinating cultural moment whereby both Feminism and misogyny are increasingly visible“ (Keller u. a. 2018: 4). Populärer #MeToo-Feminismus und populistische Misogynie halten sich kräftemäßig knapp in der Waage. Solange der ‚Pussy-Präsident‘ regiert und Verfassungsrichter, die der base in der Abtreibungsfrage gefallen, benennen kann, könnte das momentane Gleichgewicht kippen. Jagt eine glückliche Konstellation ihn aus dem Amt, muss neu verhandelt werden. Eine erfolgreiche Anklage wegen nachweisbarem Sexual Harassment könnte der Hebel sein.

Fußnoten

  1. 1.

    Zusammen mit Andrea Dworkin, deren Studie Pornography. Men Posessing Women (Dworkin 1981) als Programmschrift des Anti-Porn-Feminismus galt, hatte Catharine MacKinnon ein erstes Gesetz zum Verbot für Pornographie verfasst und in Indianapolis implementiert, was allerdings durch mehrere gerichtliche Instanzen hindurch als nicht verfassungsmäßig abgelehnt wurde.

  2. 2.

    Heute weiß man, dass diese zwar geplant war, aber nicht stattgefunden hat, weil sie aus feuerschutztechnischen Gründen verboten worden war (Rosen 2000: 160).

  3. 3.

    Vergewaltigung in der Ehe ist in den USA seit 1993 generell strafbar, im Staat New York seit 1991. Trumps Anwalt Larry Cohen hatte dazu gesagt: „Er hat noch nie jemanden vergewaltigt. Und außerdem kann man ja schon per Definition seine Gattin nicht vergewaltigen.“ (Anonym 2015).

  4. 4.

    Die Angaben über statistische Häufigkeit von Falschbeschuldigungen variieren je nach politischem Hintergrund der Erhebenden, pendeln sich aber bei ca. 5 % ein (Phillips 2016: 147).

  5. 5.

    Schon 1991 hatte Marc Lépine in Kanada, nachdem er an einer Universität nicht angenommen worden war und dies als einen Effekt von ‚affirmative action‘ aufgefasst hatte, einen Hörsaal gestürmt, dort Männer von Frauen getrennt und vierzehn Studentinnen erschossen und zehn weitere verwundet. Dabei soll er geschrien haben: „You are all feminists, I hate feminists“ (Kimmel 2017: 171).

  6. 6.

    Noch bizarrer verhält es sich bei dem Fall Bill O’Reilly. Er hatte bereits 13 Mio. US$ für zehn außergerichtliche Einigungen entrichtet als öffentlich wurde, dass sein Arbeitgeber Fox News und dahinter der britische Medienmogul Rupert Murdoch mit ihm einen vierjährigen Arbeitsvertrag über 100 Mio. US$ abgeschlossen hatten, obwohl diesen kurz zuvor bekannt geworden war, dass O’Reilly 31 Mio. US$ (in Worten einunddreißig Millionen) an die Juristin Lis Wiehl hatte zahlen müssen. Es geht also nicht nur darum, dass Verfehlungen stattfanden, sondern auch und besonders darum, dass sie systematisch gedeckt und damit gebilligt wurden (Anonym 2017).

  7. 7.

    Die letzten beiden folgenden Absätze sind zu Teilen aus meinem Blog „‚You Owe Me Big‘: Sexual Harrassment – Gefallen und Gefälligkeiten“ entliehen (Dietze 2017).

  8. 8.

    Ein Accessoire US-amerikanischen Privilegs fehlt ihm jedoch: Mitglied der Ostküsten-Gentry zu sein. Seine Abstammung geht nicht auf die Mayflower zurück, und er repräsentiert auch kein ‚altes Geld‘, denn er ist erst der zweite, der das vom Vater zusammengeraffte Familienvermögen genießen kann.

  9. 9.

    1973 hatte der Oberste Gerichtshof der USA in einer umstrittenen Grundsatzentscheidung den Schwangerschaftsabbruch unter das Recht der Privatsphäre gestellt.

  10. 10.

    Zur Jahrhundertwende um 1900 hatte sich US-Präsident Theodore Roosevelt den Begriff ‚race-suicide‘ zu eigen gemacht, um, gesetzt den Fall, dass weiße Frauen Verhütungsmittel einsetzen würden, ein potentielles Aussterben oder in Minderheit Geraten der weißen Rasse zu beklagen (Roosevelt 1907).

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Authors and Affiliations

  1. 1.BerlinDeutschland

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