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Über Jäger und Jagdhunde: Literarische und bildkünstlerische Verhandlungen einer Mensch-Tier-Begegnung

  • Claudia LillgeEmail author
Chapter
Part of the Cultural Animal Studies book series (CAS, volume 4)

Zusammenfassung

Der Beitrag versammelt Repräsentationen von Jagdhunden in Literatur, Malerei und Fotografie (Homer, Thomson, Landseer, Ebner-Eschenbach, Faulkner, Usborne). In ebenso komparatistischer wie medienkomparatistischer Differenzierung werden Jagdhunde mit Blick auf ihre zeit- und kulturgeschichtlichen Prägungen, sprich: als Ausdruck kultureller Diskursformationen gelesen. Dabei rücken Kernfragen, das heißt neuralgische Punkte von Mensch-Tier-Begegnungen (encounters) sowie ästhetische Verhandlungsräume in den Blick, die in den vorgestellten Fallbeispielen um Aspekte der Verdinglichung, der Anthropomorphisierung, der Mythologisierung und der Tiertötung kreisen. Gerade weil sich Jagdhunde charakteristischerweise auf einer ambulanten Grenze zwischen Tieren und Menschen bewegen, sind sie, so führt die Autorin vor, in besonderer Weise dazu geeignet, ästhetische Inszenierungen und Reflexionen von Mensch-Tier-Beziehungen anzuregen. Schließlich sind Jagdhunde nicht einfach nur ‚Grenztiere‘, wie es allgemein für Hunde gilt. Vielmehr eröffnen sie einen Schwellenraum, in dem nicht nur Mensch-Tier-Differenzen, sondern vor allem auch moralische und emotionale Zugehörigkeiten ausgehandelt werden, die die Jagd als speziesistische Kulturpraktik vorführen und nicht eben selten in einer elementaren Begründungskrise zeigen.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Frankfurt am MainDeutschland

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