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Frank Witzel pp 199-224 | Cite as

Die Erinnerungen eines im Sterben liegenden depressiven erwachsenen Teenagers an Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969. Vergleich von Hörspiel und Roman

  • Anke DetkenEmail author
Chapter
Part of the Kontemporär. Schriften zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur book series (KSDG, volume 4)

Zusammenfassung

Die Frage, inwieweit die Hörspielbearbeitung ein autonomes Werk ist, bildet den Ausgangspunkt der folgenden Überlegungen. Nach einem Blick auf die wichtigsten Handlungslinien und strukturelle Besonderheiten von Witzels Roman wird das Hörspiel der Erfindung der RAF durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969 im Zentrum der Überlegungen stehen, um zu untersuchen, welche Schwerpunkte die Transformation des Romans zum Hörspiel setzt. Neben einem Blick auf Gattungsunterschiede wird es dabei um die Frage gehen, welche Kriterien bei der Auswahl von Textpassagen aus dem Roman eine Rolle spielen und wie die Umsetzung vonstattengeht. Es wird sich zeigen, dass das Hörspiel gegenüber dem Roman Komplexitätsreduktionen vornimmt, indem Kohärenzen zwischen einzelnen Passagen des Erzählten hergestellt werden. Von den Umstrukturierungen ist vor allem die Haupt- und Titelfigur betroffen. Im Roman wird sie, je nach Entwicklungsstand und Alter, auch als „Teenager“ bzw. als „erwachsener Teenager“ bezeichnet. Im Vordergrund des Hörspiels steht nicht mehr der Teenager, sondern das erwachsene Ich. Durch diese Akzentverschiebung entfernt sich das Hörspiel von der zeitlich nur schwer fassbaren Collage- und Montagestruktur des Romans und wird – retrospektiv angelegt und durch paratextuelle Strategien betont – zu einem Werk über das Erinnern und über den Tod.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.GöttingenDeutschland

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