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Unentwirrbar. Hermeneutik, Poetik und Charlie Chaplin bei Christian Kracht

  • Nathan J. TaylorEmail author
Chapter
Part of the Kontemporär. Schriften zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur book series (KSDG, volume 3)

Zusammenfassung

Christian Krachts Frankfurter Poetikvorlesungen im Mai 2018 trieben die konventionelle Gattungslogik der Poetikvorlesung auf die Spitze. Statt des erläuternden Einblicks in die Produktionsregel des eigenen Werks lieferte Kracht etwas Komplexes und Erschütterndes zugleich: Er erzählte, wie er als junger Schüler von dem Kaplan seines kanadischen Internats sexuell missbraucht worden sei. Genauso wie dieser Bericht über sexuelle Gewalt, einmal in den Rahmen einer Poetikvorlesung gestellt, eine Reihe von hermeneutischen Operationen und ihre ethischen Implikationen befragt, nicht zuletzt die Trennung von Autor und Werk, kennt Krachts Roman Die Toten (2016) selbst eine Figur, welche die Irritationen zwischen Empirischem und Inszeniertem, Privatem und Öffentlichem, Biografischem und Literarischem geradezu verkörpert. Diese Figur ist Charlie Chaplin. Im folgenden Aufsatz geht es um jene Form von Ethos, die Chaplin bei Kracht als eine „unauflösliche“ Figur (Adorno) verkörpert: nicht zuletzt auch als Zeichen dessen, was in Krachts Werk überhaupt hermeneutisch wie poetisch unentwirrbar bleibt.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Frankfurt am MainDeutschland

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