Advertisement

Josef Simon: Die Philosophie der Zeichen

  • Michael SkowronEmail author
Chapter

Zusammenfassung

Josef Simon hat zu Nietzsche zwar keine eigene Monografie verfasst, aber er hat einen Gesamtüberblick seiner Philosophie als einem „Klassiker der Philosophie“ gegeben, der vom Leben über Hauptpunkte und -themen des Werkes bis zum Problem der „Wirkung“ reicht (Simon 1981). Zu Also sprach Zarathustra, das gemeinhin als Nietzsches Hauptwerk gilt, hat Simon ein Nachwort und einen Kommentar verfasst (Simon 1994, 2000), und ausgewählten Schwerpunkten folgend in zahlreichen Publikationen Schlaglichter auf und durch das Werk Nietzsches geworfen, die ein neues Nietzscheverständnis aufzeigen sollten (Simon 1992a, s. Lit.-verz.). Dabei spielt Nietzsches Sprachskepsis, die Simon von Nietzsches Rede von einer „gemeinsamen Philosophie der Grammatik“ bei sprachverwandten Denkern, die auch immer wieder „eine gleichartige Entwicklung und Reihenfolge der philosophischen Systeme“ bedinge, sowie die Befürchtung, dass wir Gott nicht loswerden, „weil wir noch an die Grammatik glauben“ im Spätwerk, dem Simon seinen ersten Nietzsche-Beitrag widmete (Simon 1972), über Zarathustras Frage, ob „nicht Worte und Töne Regenbogen und Schein-Brücken zwischen Ewig-Geschiedenem“ sind (Simon 1994, 354, 2000, 249), bis zu der frühen kleinen Schrift Ueber Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne (Simon 1999; vgl. Simon 1985b) zurückverfolgt hat, eine besondere Rolle, da sie unmittelbar zur Frage der Wahrheit, des Verstehens, der Mitteilbarkeit und Lehrbarkeit von Zeichen führt. Seine sich über mehr als drei Jahrzehnte erstreckende Nietzsche-Rezeption wurde dabei zwar aus verschiedenen Blickwinkeln und oft in Vergleichen mit Kant und Hegel ergänzt und gelegentlich leicht modifiziert, blieb in ihrer Grundstruktur jedoch konstant. Im Folgenden wird Nietzsche aber nicht nur vor dem Hintergrund von Simons Philosophie des Zeichens, sondern diese auch vor dem Hintergrund der Texte Nietzsches betrachtet, um dadurch die Konturen seiner Rezeption in Übereinstimmungen und Differenzen deutlicher hervortreten zu lassen.

Literatur

  1. Derrida, Jacques: Die Struktur, das Zeichen und das Spiel im Diskurs der Wissenschaft vom Menschen, in: Ders.: Die Schrift und die Differenz, Frankfurt a. M. 1972, 422–442, (frz. 1967).Google Scholar
  2. Simon, Josef: Grammatik und Wahrheit. Über das Verhältnis Nietzsches zur spekulativen Satzgrammatik der metaphysischen Tradition, in: Nietzseche-Studien 1 (1972), 1–26.CrossRefGoogle Scholar
  3. Simon, Josef: Friedrich Nietzsche, in: Otfried Höffe (Hg.): Klassiker der Philosophie II, München 1981, 203–224.Google Scholar
  4. Simon, Josef: Nietzsche und das Problem des europäischen Nihilismus, in: Rudolph Berlinger/Wiebke Schrader (Hg.): Nietzsche kontrovers III, Würzburg 1984a, 9–37.Google Scholar
  5. Simon, Josef: Das Problem des Bewusstseins bei Nietzsche und der traditionelle Bewusstseinsbegriff, in: Mihailo Djurić/Josef Simon (Hg.): Zur Aktualität Nietzsches, Bd. II, Würzburg 1984b, 17–33.Google Scholar
  6. Simon, Josef: Ein Geflecht praktischer Begriffe. Nietzsches Kritik am Freiheitsbegriff der philosophischen Tradition, in: Josef Simon (Hg.): Nietzsche und die philosophische Tradition. Mihailo Djurić zum 60. Geburtstag, Bd. 2, Würzburg 1985a, 106–122.Google Scholar
  7. Simon, Josef: Sprache und Sprachkritik bei Nietzsche, in: Matthias Lutz-Bachmann (Hg.): Über Friedrich Nietzsche. Eine Einführung in seine Philosophie, Frankfurt a. M. 1985b, 63–97.Google Scholar
  8. Simon, Josef: Der gewollte Schein. Zu Nietzsches Begriff der Interpretation, in: Mihailo Djurić/Josef Simon (Hg.): Kunst und Wissenschaft bei Nietzsche, Würzburg 1986, 62–74.Google Scholar
  9. Simon, Josef: Der gute Wille zum Verstehen und der Wille zur Macht. Bemerkungen zu einer „unwahrscheinlichen Debatte“, in: Allgemeine Zeitschrift für Philosophie 12/3 (1987), 79–90.Google Scholar
  10. Simon, Josef: Philosophie des Zeichens, Berlin/New York 1989a.Google Scholar
  11. Simon, Josef: Aufklärung im Denken Nietzsches, in: Jochen Schmidt (Hg.): Aufklärung und Gegenaufklärung in der europäischen Literatur, Philosophie und Politik von der Antike bis zur Gegenwart, Darmstadt 1989b, 459–474.Google Scholar
  12. Simon, Josef: Die Krise des Wahrheitsbegriffs als Krise der Metaphysik. Nietzsches Alethiologie auf dem Hintergrund der Kantischen Kritik, in: Nietzsche-Studien 18 (1989c), 242–259.Google Scholar
  13. Simon, Josef: Welt auf Zeit. Nietzsches Denken in der Spannung zwischen der Absolutheit des Individuums und dem kategorialen Schema der Metaphysik, in: Günter Abel/Jörg Salaquarda (Hg.): Krisis der Metaphysik. Wolfgang Müller-Lauter zum 65. Geburtstag, Berlin/New York 1989d, 109–133.Google Scholar
  14. Simon, Josef: Das neue Nietzsche-Bild, in: Nietzsche-Studien 21 (1992a), 1–9.Google Scholar
  15. Simon, Josef: Der Philosoph als Gesetzgeber. Kant und Nietzsche, in: Volker Gerhardt, Norbert Herold (Hg.): Perspektiven des Perspektivismus. Gedenkschrift zum Tode Friedrich Kaulbachs, Würzburg 1992b, 203–218.Google Scholar
  16. Simon, Josef: Bestimmte Negation. Ein Traktat zur philosophischen Methode, in: Mihailo Djurić/Josef Simon (Hg.): Nietzsche und Hegel. Friedrich Kaulbach zum 80. Geburtstag, Würzburg 1992c, 65–78.Google Scholar
  17. Simon, Josef: Das philosophische Paradoxon, in: Paul Geyer/Roland Hagenbüchle (Hg.): Das Paradox. Eine Herausforderung des abendländischen Denkens, Tübingen 1992d, 45–60.Google Scholar
  18. Simon, Josef: Nachwort zu: Friedrich Nietzsche. Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, Stuttgart 1994, 347–368.Google Scholar
  19. Simon, Josef: Verstehen ohne Interpretation? Zeichen und Verstehen bei Hegel und Nietzsche, in: Ders. (Hg.): Distanz im Verstehen. Zeichen und Interpretation II, Frankfurt a. M. 1995, 72–104.Google Scholar
  20. Simon, Josef: Der Name „Wahrheit“. Zu Nietzsches früher Schrift „Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne“, in: Manfred Riedel (Hg.): „Jedes Wort ist ein Vorurteil“. Philologie und Philosophie in Nietzsches Denken, Köln/Weimar/Wien 1999, 77–93.Google Scholar
  21. Simon, Josef: Ein Text wie Nietzsches Zarathustra, in: Volker Gerhardt (Hg.): Friedrich Nietzsche. Also sprach Zarathustra, Berlin 2000, 225–256.Google Scholar
  22. Simon, Josef: Der Begriff der Aufklärung bei Kant und Nietzsche, in: Renate Reschke (Hg.): Nietzsche. Radikalaufklärer oder radikaler Gegenaufklärer? (Nietzscheforschung, Sonderbd. 2), Berlin 2004, 113–122.Google Scholar
  23. Skowron, Michael: Dionysischer Pantheismus. Nietzsches Lenzer Heide-Text über den europäischen Nihilismus und die ewige Wiederkehr/-kunft, in: Renate Reschke (Hg.): Wirklich, Wirklichkeit, Wirklichkeiten. Nietzsche über „wahre“ und „scheinbare“ Welten (Nietzscheforschung, Bd. 20), Berlin 2013, 355–377.Google Scholar
  24. Skowron, Michael: Nietzsches dionysische Gegenlehre und Gegenwertung, in: Renate Reschke (Hg.): Nietzsches Architekturen des Wissens (Nietzscheforschung, Bd. 22), 2015, 213–225.Google Scholar
  25. Stegmaier, Werner: Nietzsches Zeichen, in: Nietzsche-Studien 29 (2000), 41–69.Google Scholar
  26. Stegmaier, Werner: Nietzsches Befreiung der Philosophie. Kontextuelle Interpretation des V. Buchs der Fröhlichen Wissenschaft, Berlin/Boston 2012.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Daegu – Suseong-guSüdkorea

Personalised recommendations