Zusammenfassung
Begreift man den ”Ästhetizismus als das Insistieren auf Schönheit selbst um den Preis, daß reales Leiden den Stoff ästhetischen Wohlgefallens” abgibt, so läßt sich in der Tat von einem der Kunst und Literatur notwendig ”immanenten ästhetizistischen Moment” sprechen. In diesem Sinne wäre auch der Ästhetizismus-Vorwurf an die Adresse Ernst Jüngers verfehlt, da dieser doch nur den Gesetzen des Mediums gehorcht, wenn seine Prosa den ’schönen’ Krieg feiert. Die moderne Kunst aber probt gerade den Aufstand gegen derlei ’Beschönigungen’, da sie ”allen ästhetischen Schein zunehmend als subjektive Veranstaltung gegen die Erkenntnis der Realität durchschaut.”2 DADA etwa zerstört die Souveränitätsillusionen, mit denen sich die bürgerlichen Künstler gegen die ’neue Wirklichkeit’ abdichten, indem es diese Art subjektiver Selbstbehauptung als affirmativ denunziert und durch seine Praxis der Formzerstörung unterläuft. Jüngers Modernismus ist anderer Natur.
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