Zusammenfassung
Die Ballade ist »die Dichtgattung der Schule«, hatte Paul Lang noch 1942 geschrieben (84). Die Gründe, warum die Ballade bis in die Zeit nach 1945 diese beherrschende Stellung einnahm und warum sie diese Stellung heute weithin verloren hat, sind sehr verschiedenartig. Die Feststellung Ignaz Hubs in der Vorrede zu seiner Balladensammlung von 1849 »Deutschlands Balladen und Romanzendichter«, die Ballade sei die beliebteste Dichtart der Deutschen, findet gewiß auch ihren Grund mit darin, daß sie diese dominierende Stellung in der Schule bekam. Dafür wiederum sind verantwortlich die volkspädagogischen Bestrebungen, die von Anfang an mit der Entstehung der Kunstballade bei ihren wichtigsten Autoren verknüpft waren: Bürger wollte bewußt eine populäre Gattung schaffen, Schiller sah sich mit seiner Balladenproduktion als Volkserzieher. Und so ist die Ballade im Sinne einer »volkstümlichen Bildung« vor allen anderen Gattungen der hohen Literatur in die Schule gekommen. Daß es ihr im 19. Jh. gelang, die Fabel und die Parabel vom ersten Platz zu verdrängen, hat sicher auch damit zu tun, daß die Ballade ganz besonders als nationale Dichtart empfunden wurde. Schon Herder hatte den Charakter der einzelnen Nationen im Volkslied (dazu gehören auch ganz besonders balladenhafte Gedichte) manifestiert gesehen.
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