Musik — Mikrointervalle und Polyrhythmen

  • Hans-Dieter Grünefeld
Chapter

Zusammenfassung

Produzenten wie Produkte der Kunst, Literatur oder Musik lassen sich kaum sozial eindeutig plazieren. Haben sie sich profiliert, sind sie zumeist auch international im Blick. Oft läßt sich eine Rangskala von lokaler, regionaler, nationaler und zuletzt internationaler Resonanz feststellen. Bestimmte Musik auf (ehemalige) Arbeitsmigranten als Produzenten und/oder Adressaten zu fixieren, würde das Phänomen unzulässig verkleinern. Hinzu kommt, daß Musik in der Migration mit dem bereits vorhandenen Rahmen verbunden ist, nämlich dem der ›ernsten‹ Musik, des Jazz, des Pop und Rock, der Folklore und sogenannter Ethno- oder Weltmusik. Während insbesondere Folklore und Schlager schon aufgrund der verwendeten Sprachen kaum außerhalb der eingewanderten Nationalitäten von Interesse waren und sind, konvergierten andere Sparten allmählich zu Konzepten und Trends des dominanten Musikmarkts. Entscheidend für die Resonanz von Musik im Kontext der Migration dürfte aber der Grad ihrer Professionalität bei der Darbietung und Vermarktung sein. Der Weg zur akzeptierten Musik, die ihre Impulse aus der Erinnerung an und dem kulturellen Kontakt zu den ehemaligen Anwerbeländern bezieht, führt durch den kaum durchschaubaren Dschungel lokaler wie regionaler Konzerte und Festivals zum nationalen wie globalen CD-Markt.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Adamek, Karl/Merkt, Irmgard/Uysal, Sabri/Bursch, Peter (Hg.): Rüzgargülü — Windrose. Deutsch — türkisches Liederbuch. Bonn-Bad Godesberg 1989.Google Scholar
  2. Adamek, Karl: »Erneuerung der ›Kultur des Singens‹. Ein Impuls durch interkulturelle Kommunikation«. In: Institut für Bildung und Kultur (Hg.): Gemeinsam Erleben. Handreichungen zur interkulturellen Bildungsarbeit. Remscheid 1996.Google Scholar
  3. Akdemir, Hayrettin: Die neue türkische Musik — dargestellt an Volksliedbearbeitungen für mehrstimmigen Chor. Berlin 1991.Google Scholar
  4. Anhegger, Robert: »Die Deutschlanderfahrung der Türken im Spiegel ihrer Lieder«. In: Helmut Birkenfeld (Hg.): Gastarbeiterkinder aus der Türkei. München 1982.Google Scholar
  5. Apostolidis, Nicos: 20–jähriges Bühnenjubiläum / 20 Jahre Abenteuer Deutschland. Infoblatt, Hamburg 1989.Google Scholar
  6. Bax, Daniel: »HipHop, Hardrock, Pop — Müzik. Türkisch / deutsche Popbands«. In: Zeitschrift für Kulturaustausch 1 und 2 (1997).Google Scholar
  7. Behrendt, Joachim Ernst: Jazz meets the World. Covertext zur Doppel LP. MPS. Frankfurt a.M. 1975.Google Scholar
  8. Beyer, Thomas: »Ethno Art Ruhr. Pionierarbeit«. In: Coolibri Oktober 1998.Google Scholar
  9. Brandes, E./Hauer, D./Hoffmann, M.: »Der türkische Arbeiterchor in West-Berlin«. In: Baumann, M.P. (Hg.): Musik der Türken in Deutschland. Kassel 1985.Google Scholar
  10. Baroudi, Hamid: Presseinfo (5 Seiten) zu Person und Werk von Vielklang Musikproduktion GmbH. Berlin 1997.Google Scholar
  11. De Brito, Manuel C./Castelo-Branco, Salwael-Shawan: »Musik in Portugal«. In: Ludwig Finscher (Hg.): Musik in Geschichte und Gegenwart, Sachteil Band 7. Kassel/Stuttgart/Weimar 21997.Google Scholar
  12. Buschmann, Ulf: »Zwei junge Frauen, die kein Blatt vor den Mund nehmen. ›Mutlu‹ aus Bremen«. In: Weser Kurier 15. 7. 1997.Google Scholar
  13. Cheesman, Tom: »Polyglot Politics: Hip Hop in Germany«. In: Debatte 2 (1998).Google Scholar
  14. Chiellino, Carmine: »Folklore ist international! Tanzen in der Fremde — Tanzen mit Fremden«. In: ders.: Die Reise hält an. Ausländische Künstler in der Bundesrepublik. München 1988.Google Scholar
  15. Chottin, Alexis: »Arabische Musik. / Nordafrikanische Musik«. In: edition MGG (Hg.): Außereuropäische Musik in Einzeldarstellungen. München/Kassel 1980.Google Scholar
  16. Cobancaoglu, Mesut/Baier, Frank: Warum seufzt du, Wasserrad? Textheft zur Schallplatte. Dortmund 1986.Google Scholar
  17. Darkow, Michael/Eckhardt, Josef/Maletzke, Gerhard: Massenmedien und Ausländer in der Bundesrepublik Deutschland. Frankfurt a.M. 1985.Google Scholar
  18. Degenhardt, Franz Josef: Spiel nicht mit den Schmuddelkindern. Reinbek 121977.Google Scholar
  19. Dümling, Albrecht: »Wiederbelebung des epischen Musizierens: ›Die Legende vom Berg Ararat‹ von Yasar Kemal und Tayfun«. In: Leibniz-Gesellschaft für kulturellen Austausch (Hg.): Türkisches Leben — Kunst und Kultur. Berlin 1987.Google Scholar
  20. Endress, Gudrun: »Rabih Abou-Khalil oder das Bewegtwerden durch die Musik«. Interview. In: Jazz Podium 12 (1992).Google Scholar
  21. — : »Trilok Gurtu — Die Kunst, Kompliziertes leicht erscheinen zu lassen. Interview«. In: Jazz Podium 4 (1998).Google Scholar
  22. Frey, J./Siniveer, K. (Hg.): Eine Geschichte der Folkmusik. Reinbek 1987.Google Scholar
  23. Fuß, Holger: »Heimat, Herz und Holdrio. Deutsche Volksmusik«. In: Stern 21 (1992).Google Scholar
  24. EW.: »Kulturelle Pionierarbeit. Der türkische Arbeiterchor in Westberlin«. In: Deutsche Volkszeitung 3. 7. 1975.Google Scholar
  25. Glaser, Hermann: Kleine Kulturgeschichte der Bundesrepublik Deutschland 1945–1989. Bonn 1991.Google Scholar
  26. Glück, Helmut: Zwei kleine Italiener. Die »Gastarbeiter« im deutschen Schlager. [Unveröffentlichtes Manuskript] Universität Osnabrück 1982.Google Scholar
  27. Graves, Barry/Schmidt-Joos, Siegfried (Hg.): Das neue Rock Lexikon. Reinbek 1990 [Stichwort: Dissidenten].Google Scholar
  28. Greve, Martin: Alla Turca. Musik aus der Türkei in Berlin. Berlin 1996. Bezug: Ausländerbeauftragte des Senats, Potsdamer Str. 65, 10785 Berlin.Google Scholar
  29. — : »Ein Streifzug durch die Geschichte türkischer Musik in Deutschland«. In: Zeitschrift für Kulturaustausch 1 und 2 (1997).Google Scholar
  30. — : Die Suche nach Synthese. Neue türkische Musik in Deutschland. In: Neue Zeitschrift für Musik 1 (1998).Google Scholar
  31. Hazar, Nedim: »Die Saiten der Saz in Deutschland«. In: Eryilmaz, Aytac/Jamin, Mathilde (Hg.): Fremde Heimat. Eine Geschichte der Einwanderung aus der Türkei. Essen 1998.Google Scholar
  32. Helms, Siegmund (Hg.): Schlager in Deutschland. Beiträge zur Analyse der Popularmusik und des Musikmarktes. Wiesbaden 1972.Google Scholar
  33. Henze, Hans Werner (Hg.) Almanach zur I. Münchner Biennale. München 1988.Google Scholar
  34. Hunfeld, Frank: »du bist Türke, vergiß das nicht. Über die Band ›Cartel‹«. In: Stern 45 (1995).Google Scholar
  35. IDA-Künstlerinnen Verzeichnis. Bezug: Friedrichstr. 61 a, 40 217 DüsseldorfGoogle Scholar
  36. Incirci, Tahsin: »Die Oboe ist im Klang ähnlich unserer Zuma«. In: Carmine Chiellino: Die Reise hält an. Ausländische Künstler in der Bundesrepublik. München 1988.Google Scholar
  37. Interkulturbüro Berlin (Hg.): Tohuwabohu. Presseinfomappe zur Orient-Rock Festival Tournee 1987.Google Scholar
  38. Ivanoff, Vladimir: »Das Maß der Musik«. In: Zeitschrift für Kulturaustausch 3 (1998).Google Scholar
  39. Jachmann, Johanna: »Wenn Bäuche beben: Bauchtanz«. In: ZEIT-Magazin 42 (1985).Google Scholar
  40. Jahn, Thomas: »Türksun = Du bist Türke. HipHop, House und Pop: In den türkischen Ghettos von München, Köln, Berlin pocht ein neues Wir-Gefühl«. In: Die Zeit 12. 1. 1996.Google Scholar
  41. Jurgeit, Ludwig: »Aziza Mustafa Zadeh. Virtuos und brillant in Klassik und Jazz«. In: Jazz Podium 6 (1995).Google Scholar
  42. Kneif, Tibor: »Exotik im musikalischen Underground«. In: Hans Oesch (Hg.): Europäische Musik zwischen Nationalismus und Exotik. Winterthur/Schweiz 1984.Google Scholar
  43. Kroymann, Maren: »Itsy — bitsy — teenie — weenie — Honululu — Strand — Bikini. Die Sehnsucht des Oberförsters nach der Yucca-Palme«. In: Institut für Auslandsbeziehungen (Hg.): Exotische Welten / Europäische Phantasien. Stuttgart 1987.Google Scholar
  44. Kumpf, Hans: »Aziza Mustafa-Zadeh. Exotik aus Aserbeidschan«. In: Jazz Podium 2 (1992).Google Scholar
  45. Kunzler, Martin (Hg.): Jazz Lexikon. Reinbek 1988. (darin die Artikel zu: Trilok Gurtu, Branislav ›Lala‹ Kovacev, Okay Temiz).Google Scholar
  46. Miller, Manfred/Schulze, Peter (Hg.): Geschichte der Pop Musik. Die Radio Bremen Sendereihe ›Roll Over Beethoven. Bear Family Records Hambergen 1998.Google Scholar
  47. Motaung, Audrey & African Heritage: Displaced blacks. Dance, Song and Dialogue. Presseinfo zur Hammoniale — Festival der Frauen. Hamburg 1995.Google Scholar
  48. Mümpfer, Klaus: »Özay. Eine der großen Balladensängerinnen Europas«. In: Jazz Podium 1 (1992).Google Scholar
  49. Museum Bochum (Hg.): Dokumentation ›Gastarbeiterkultur‹ Nr. 1: Musik / Tanz / Theater. Bochum 1975.Google Scholar
  50. Özcan, Celai: »Jazz und Volksmusik. Interview mit Okay Temiz«. In: Musikblatt 6 (1989).Google Scholar
  51. Panke, Peter: »Deutsches Dach für Hopis, Türken Tibetaner — Haus der Kulturen der Welt in Berlin«. In: Neue Musikzeitung 3 (1989).Google Scholar
  52. Picardi-Montesardo, Anna: Die Gastarbeiter in der Literatur der Bundesrepublik Deutschland. Berlin 1985.Google Scholar
  53. Portleroi, André: Schlager lügen nicht. Deutsche Schlager und Politik in ihrer Zeit. Essen 1998.Google Scholar
  54. Priebe, Katharina: »Volkes Stimme. Porträt der Sängerin Audrey Motaung«. In: Stern 49 (1989).Google Scholar
  55. Reinhard, Kurt: Türkei. In: MGG (Hg.): Außereuropäische Musik in Einzeldarstellungen. Kassel/ München 1980.Google Scholar
  56. Ruzicka, Peter: »Abschied vom musikalischen Eurozentrismus«. In. Münchner Biennale/Kulturreferat der Landeshauptstadt München (Hg.): Dialog der Kulturen. Magazin der letzten Münchner Biennale 1998.Google Scholar
  57. Samartone. Label Information. München 1998.Google Scholar
  58. Schäfer, Olaf: »Prosechós: Griechisch türkische Grenzüberschreitung«. In: Die Brücke 79 (1994).Google Scholar
  59. Schedtler, Susanne: Musikkulturen in Hamburg. Diss. Hamburg 1998 [unveröffentlicht].Google Scholar
  60. Scheiner, Michael: »Märchenprinz zwischen Orient und Okzident. Rabih Abou-Khalil: Ein Porträt«. In: Neue Musikzeitung 3 (1996).Google Scholar
  61. Schnebel, Dieter: »Neue Weltmusik«. In: Hans Oesch (Hg.): Europäische Musik zwischen Nationalismus und Exotik. Winterthur/Schweiz 1984.Google Scholar
  62. Schomers, Christian: »Musik der Balkanländer«. In: Folk Michel (ab 1998 Folker), Nr. 3–6, 11, 12 (1979) und Nr. 14, 17 (1980) und Nr. 19 (1981).Google Scholar
  63. Schreiber, Wolfgang: »Entrückung im Zauberton. Detlev Glanerts Märchenoper ›Leyla und Medjnun‹«. In: Süddeutsche Zeitung 30. 5. 1988.Google Scholar
  64. Solothurnmann, Jürg: »Jazz und ethnische Musik. Anknüpfungspunkte und Entwicklungen«. In: Klaus Wolbert (Hg.): That’s Jazz. Der Sound des 20. Jahrhunderts. Frankfurt a.M. 1990.Google Scholar
  65. Sperr, Monika (Hg.): Das Große Schlager-Buch. Deutscher Schlager 1800–Heute. München 1978.Google Scholar
  66. Stauch v. Quitzow, Wolfgang: »Ohne Gastarbeiter keine Orchester. Probleme mit dem Musikernachwuchs in der Bundesrepublik«. In: Nordwestzeitung 18. 8. 1983.Google Scholar
  67. Suhr, Constanze: »Der Orient rockt. Die Rockgruppe Kobra«. In: Tip 16 (1982).Google Scholar
  68. — : »Die Sängerin Özay«. In: Taz 8. 6. 1983.Google Scholar
  69. — : »Nizamettin Aric: Lieder für die kurdische Identität«. In: Taz 8. 12. 1984.Google Scholar
  70. Terzakis, Dimitri. In: Griechische Komponisten, Reihe Hellenische Woche zeitgenössischer Musik, SCXG 58 [Label des Griechischen Komponistenverbandes]Google Scholar
  71. Theodorakis, Mikis: Meine Stellung in der Musikszene. Leipzig 1986Google Scholar
  72. Veit, Sven-Michael: »Come together — Drei Tage Weltbeat. WOMAD im Hamburger Stadtpark«. In. Deutsche Volkszeitung/die tat 32 (1989).Google Scholar
  73. Verbandsgemeinde Simmern (Hg.): Kursbuch 1998/99. Freie Szene Rheinland-Pfalz. Simmern 1998.Google Scholar
  74. Woelfle, Marcus: »Im Traum komponieren. Interview mit Aziza Mustafa-Zadeh«. In: Jazz Podium 9 (1996).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2000

Authors and Affiliations

  • Hans-Dieter Grünefeld

There are no affiliations available

Personalised recommendations