Zusammenfassung
1. Die Vorstellung von Satan wurde von der christlichen Theologie geprägt, doch erst im Laufe der letzten zwei Jahrhunderte hat sich ein eigenständiger Satanismus entwickelt, der durch rein theologische Ansätze nicht mehr hinreichend zu beschreiben ist. Als religionsgeschichtliche Vorläufer der christlichen Satanslehren wie auch des expliziten Satanismus, können in erster Linie der iranische →Dualismus, die althebräische Dämonologie (→Dämon) sowie der Gnostizismus (→Gnosis) gelten. Das christliche Satansbild entstand in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung. Hier wurde Satan, der im alten Testament noch als Ankläger dem himmlischen Hofstaat angehörte, zum Gegenspieler Gottes. In der Apologetik jener Zeit, wurden konkurrierende Kulte zwar bisweilen als vom Satan inspiriert betrachtet, der Vorwurf einer regelrechten Verehrung Satans wurde aber erst ab dem 11. Jahrhundert erhoben. Die über Jahrhunderte hinweg gültige kirchliche Satanismusvorstellung bildete sich im Rahmen der Hexenverfolgung und der Auseinandersetzung mit der Aufklärung heraus.
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Literatur
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