Locke, John

  • Thomas Schneider
Chapter

Zusammenfassung

Auch jenseits der Philosophie waren die Interessengebiete von L. weit gespannt: So bedachte er seine Landsleute reich mit Traktaten über Weinbau, mit Reiseberichten und praktischen ökonomischen Kompendien, wie das eigene Hab und Gut zu mehren sei. Die Nachwelt versetzte der Enzyklopädist L. mit seinem allumfassenden Wissen in Schrecken und Bewunderung: Es gab nichts, worüber er nicht auf dem vollen Kenntnisstand seiner Zeit etwas beizutragen wußte, das für die europäische Aufklärung bahnbrechend war, ihr zumindest jedoch neue Anstöße gab. Er schrieb in geradezu epischen Dimensionen über Erkenntnistheorie, Rechts-und Staatsphilosophie, Theologie, Bibelexegese, Kirchenpolitik, Ökonomie und Finanzwissenschaft, Mathematik, Medizin und Pädagogik. Neben die schreibende Reflexion gesellte sich jedoch noch eine umfangreiche praktische Tätigkeit als Arzt, Erzieher, Regierungsbeamter, Politiker und Geschäftsmann. Die Grundlage für diese gewiß nicht schulmäßige Gelehrsamkeit — L. lehnte, wie vor ihm schon Thomas Hobbes, den scholastischen Universitätsbetrieb ab — wurde für den Sohn eines Gerichtsbeamten aus der Nähe von Bristol (Wrington/Somerset) durch eine klassisch-philologische Ausbildung an der Westminster School gelegt. Darauf folgten die Jahre des Studiums der Logik, Sprachen, Metaphysik und der zunehmenden Beschäftigung mit Fragen der Chemie und Medizin, wie sie von dem Physiker und Chemiker Robert Boyle nach empirischen Methoden entwickelt wurden.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1995

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  • Thomas Schneider

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