Die Ensembles

  • Christoph Henzel
Chapter

Zusammenfassung

Die formale Entwicklung des Ensembles der Opera seria scheint sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Parallelität zur derjenigen der Arie, mit der sie die Dacapo-Form als gemeinsamen Ausgangspunkt teilte, vollzogen zu haben. Righinis Ensembles weisen nämlich — wie auch seine Arien — fast ausschließlich eine zwei- oder dreiteilige bzw. -sätzige Form mit Tempodifferenzierung auf. Entweder handelt es sich dabei um Formen mit einfacher Temposteigerung1 oder mit der Tempofolge mäßig schnell bzw. mäßig langsam — langsam — schnell2. Die szenische Erweiterung des Ensembles durch Rezitativ- und/oder Choreinschübe zum großen Finale (wie zum Beispiel am Ende des 1. Akts in Mozarts La Clemenza di Tito) läßt sich in Righinis Opern nicht beobachten. Seine Kompositionen folgen — unabhängig davon, ob sie in der Aktmitte (wie in Enea nel Lazio) oder an den Aktenden (wie in Il trionfo d’Arianna und Tigrane) stehen — fast ausnahmslos dem traditionellen dramaturgischen Typus. Dieser Typus, der in der Opera seria des späten 18. Jahrhunderts noch weit verbreitet ist,3 zielt nicht auf die Vergegenwärtigung einer Handlung, sondern schafft einen Ort der Kontemplation, in dessen Mittelpunkt die Empfindungen der Protagonisten stehen.4

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1994

Authors and Affiliations

  • Christoph Henzel

There are no affiliations available

Personalised recommendations