Dialogizität der Bilder. Bemerkungen zum Verhältnis von Bildender Kunst und Film aus semiotischer Sicht

  • Ursula von Keitz
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Zusammenfassung

In dem Maße, in dem die dargestellte Welt von Spielfilmen eine inszenierte, künstlich und bewußt erzeugte ist, können traditionelle Medien als Quellen und Hilfsmittel zur Konstitution von Raum- und Figurenzeichen im Film fungieren. Zur ›Archäologie‹ des Films gehören Einzelbild und Bildsequenz bzw. Bildzyklus gleichermaßen. Bildzyklen wie etwa die Freskoprogramme des Historismus1 illustrieren in der Regel tradierte literarische Stoffe, selegieren einzelne ›Szenen‹ und geben eine Wahrnehmungsperspektive vor, die dem Betrachter die Übernahme impliziter Bewertungen des Reservoirs der Narrationen, wie sie der Künstler und/oder Auftraggeber vorgenommen haben, nahelegt. Meine Überlegungen richten sich darauf, in welcher Weise Filme diesen Prozeß nun quasi umkehren und in ihren Gestaltungsstrukturen auf Vor-Bilder referieren, wie Zeichenbeziehungen zwischen ›alten‹ und ›neuen‹ Medien rekonstruiert, beschrieben und für die konkrete Analyse- und Interpretationspraxis genutzt werden können.

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Endnoten

  1. 2.
    Vgl. Roland Barthes (1964): Rhetorique de l’Image. In: Communications 1964. Dt.: Die Rhetorik des Bildes. In: ders.: Der entgegenkommende und der stumpfe Sinn. Kritische Essays III. Frankfurt/M. 1990, S. 28–46.Google Scholar
  2. 3.
    Vgl. Erwin Panofsky (1932/1964): Zum Problem der Beschreibung und Inhaltsdeutung von Werken der Bildenden Kunst. In: Ekkehard Kaemmerling (Hg.): Bildende Kunst als Zeichensystem. Bd.1: Ikonographie und Ikonologie. Köln 1979, S.185–206.Google Scholar
  3. 7.
    Vgl. Christian de Nuys-Henkelmann: »Wenn die rote Sonne abends im Meer versinkt …«. Die Sexualmoral der 50er Jahre. In: Anja Bagel-Bohlan, Michael Salewski (Hg.): Sexualmoral und Zeitgeist im 19. und 20. Jahrhundert. Opladen 1990, S.107–145CrossRefGoogle Scholar
  4. 9.
    Nach Manfred Pfister: Konzepte der Intertextualität. In: Ulrich Broich und Manfred Pfister (Hg.): Intertextualität. Formen, Funktionen, anglistische Fallstudien. Tübingen 1985, S:1–31.CrossRefGoogle Scholar
  5. 16.
    Vgl. Veronika Roll: »Miss the Rest of Me«. Jonathan Demmes THE SILENCE OF THE LAMBS. Ein Nachtrag zum Horrorfilm. In: Frauen und Film, Heft 50/51,1991, S. 134–146.Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1994

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  • Ursula von Keitz

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