Von der »Zauberflöte« zum »Lohengrin« pp 149-159 | Cite as
Perspektiven der »Romantischen Oper«
Zusammenfassung
Der in diesem Buch behandelte Zeitraum wird im allgemeinen mit »Romantischen Opern« etwa Webers oder Wagners in Verbindung gebracht. Dennoch kam »Romantik« als Leitbegriff nicht vor, romantische Operntexte als Pendant zur romantischen Literatur gibt es nicht — bezeichnenderweise wählt Robinson in seinem Buch über Opera and Ideas für den Zeitraum zwischen Rossinis Barbier (1816) und Berlioz’ Trojanern (1863) keine Oper, sondern Liederzyklen von Franz Schubert — Die schöne Müllerin (1823) und Winterreise (1827) — als Interpretationsgrundlage. [1] Elemente der Frühromantik werden aufgehoben in den von mir mit »Idealismus« überschriebenen Operntexten; Mehrdeutiges oder gar Böses allerdings ist bestenfalls ein zu überwindendes Durchgangsstadium. [2] In den Operntexten der Biedermeierzeit sind die Verbindungen zur Romantik vor allem formaler Art, man könnte vielleicht von einer verbürgerlichten »romantischen Ironie« sprechen, und erst im »Realismus« treten im landläufigen Sinne »romantische« Motive — Ritter und Geister, mittelalterliches Ambiente, Dämonisches und Wunderbares — aus eigenem Recht auf[3] — aber auch hier wird die Unvereinbarkeit dieser Sphäre mit der wirklichen, menschlichen Welt konstatiert.
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Anmerkungen
- 24.Vgl. v.a. Schläder über das Wiener Singspiel »Das Donauweibchen« (1798).Google Scholar
- 42.Friedrich de la Motte Fouqué: »Ritter und Geister. Romantische Erzählungen«, hrsg. v. G. de Bruyn, Frankfurt/Main 1981, S. 157.Google Scholar
- 50.R.J. Sacher: »Musik als Theater. Tendenzen zur Grenzüberschreitung in der Musik von 1958–1968«, Regensburg 1985, S. 2.Google Scholar