Kontinuum der Zeichen pp 129-141 | Cite as
Triadisch-trichotomische Strukturen im Bereich der Ethik — ein Beitrag zur Metaethik
Zusammenfassung
Erstaunlicherweise gibt es auf der Basis der in Stuttgart entwickelten Semiotik nur einen einzigen Aufsatz, der diese in Bezug zur Werttheorie setzt: den von Elisabeth Walther von 1981. An ihn knüpfen die folgen Überlegungen an. Max Benses Interessen bei der Anwendung dieser aus dem Ansatz von Ch. S. Peirce entwickelten Semiotikkonzeption lagen bekanntlich eher auf den Bereichen von Kunst und Wissenschaft. Die zeitgenössische Ethik wiederum interessiert sich nicht für Semiotik. Im Folgenden soll versucht werden, die Hauptelemente der semiotischen Theorie bzw. der ihr zugeordneten triadisch-trichotomischen Realitätsthematiken, also der ontologischen Kategorialisierung, auf den Bereich der Werte und der Ethik anzuwenden. Selbstverständlich kann es sich hier nur um grobe Umrisse handeln — schon allein wegen des gewaltigen Umfangs ethischer Überlegungen in der Geistesgeschichte seit der Antike. Daher ist meist eine selektive Beschränkung auf gegenwärtig diskutierte Positionen nötig, wobei sich aber gelegentlich aus systematischen Gründen auch ein Rückgriff auf Konzeptionen als sinnvoll erweist, die an Aktualität verloren haben. Diese Überlegungen verstehen sich somit als Beitrag zur Metaethik auf der Basis eines bislang noch nicht erprobten Ansatzes. Die Einbeziehung von Belegen aus der Ethikgeschichte erfolgt nach Möglichkeit wertungsneutral.
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