Zusammenfassung
Ein Jahr nach den Feierlichkeiten, zu denen Du Fay die Motette Supremum est1 beigetragen hatte, mußte Papst Eugen I V. — am 4. Juni 1434 — aus Rom fliehen; am 23. Juni traf er mit seinem Hofstaat in Florenz ein, welches er erst im Frühjahr 1436, kurz nach der Einweihung des Doms, in Richtung Bologna verließ. Du Fay, am 18. April 1435 bezeugtermaßen noch in Savoyen2, kehrte im Juni desselben Jahres in die päpstliche Kapelle, nun also nach Florenz, zurück, zunächst als zweiter, im Oktober als erster Sänger 3, gewiß mit — alsbald erfüllten — Hoffnungen auf eine vom Papst bestätigte Pfründe in Cambrai4 und wohl auch auf die Bestä-tigung als licentiatus in decretis. Zurückgerufen hatte man ihn gewiß auch im Blick auf die in greifbare Nähe gerückten Feierlichkeiten; derzeit war nicht auszuschließen, daß Santa Maria del Fiore als Papstkirche St. Peter in Rom ablösen würde. Das Kanonikat und die Pfründe an der Kathedrale in Cambrai, am 3. September 1436 zugesprochen5, mögen nicht zuletzt als Lohn für außergewöhnliche Leistungen gedacht gewesen sein — auch, weil von vornherein nicht an Präsenzpflichten gebunden; Du Fay wurde dort von seinem älteren Kollegen, früheren Lehrer und vermutlich auch Freund Nicolas Grenon vertreten. Ein reichliches Jahr nach den großen Ereignissen, welches wohl durch einen Zwischenaufenthalt bei den Este in Ferrara unterbrochen war 6, hat Du Fay im Mai 1437 die päpstliche Kapelle in Richtung Savoyen wieder verlassen, nun für immer.
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Notizen
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