Ornament des Textes

  • Waltraud Gut
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Zusammenfassung

Mit dem Schwinden des Montagecharakters schwindet allerdings auch das sympathetische Moment, die Liaison der Komponenten, die ineinandergreifenden Zahnräder der Maschine, die Symbiose des Heterogenen, die in erster Linie leiblich grotesk ist und so die Aspekte des Körperlichen mit ins Band des Ornaments einbringt, in welchem aber mit der Technik des Skelettierens die Kooperationen des Heterogenen unterbrochen werden können. Das Monströse als Montage gedacht, zeigt keinerlei Bemühen, die Schnittstellen, die sich beim Zusammensetzen ergeben, zu verbergen. Von daher kann die Kohärenz, die die Stilisierung zwischen den einzelnen Komponenten herstellt, über die Technik des Schnitts erfolgen. Diese bewirkt die Auftrennung der montierten Komponenten in ensemblefähige Elemente, sie skelettiert den grotesken Körper, konfiguriert dessen Elemente eben nicht mehr als Montage, sondern in artifizieller Nachahmung und Bearbeitung naturalistischer Formen oder gleich Buchstaben in einem Band der Schrift. Innerhalb des Teilungsdiskurses des Wappens muß nochmals differenziert werden. Neben den Teilungen, die das heterogen Zerstückte und das geteilt Verwechselte hervorbringen, behauptet sich zugleich der Duktus des Sekelettierens auf dem Wappenschild selbst vor allem bei den «gemeinen» Figuren und als Textfigur vorwiegend in Passagen des höfischen Romans, in denen dieser das spezifisch Höfische als Stilus und zugleich als Strategie des Textes vorführt.

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Notizen

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  • Waltraud Gut

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