Die Sexualverbrecherin

Die paradoxe Konstruktion weiblicher Tätertypen in der historischen Kriminalpsychologie
  • Brigitte Kerchner
Chapter

Zusammenfassung

Sexuelle Gewalt geht von Männern aus. Diese Gewißheit, die von zahllosen Statistiken belegt und in Medien und Fachorganen verschiedenster Disziplinen einhellig als selbstverständlich angenommen wird,2 wurde im Jahre 1923 merklich erschüttert. Denn in diesem Jahr veröffentlichte der bekannte Kriminologe und Schriftsteller Erich Wulffen sein spektakuläres Werk über Das Weib als Sexualverbrecherin.3 In dieser Abhandlung ging es um mehr als um jene Unsittlichkeit, die in den seit 1800 explodierenden wissenschaftlichen und literarischen Diskursen über Weiblichkeit durchgängig als Subtext unterlegt worden war.4 Bereits die Rechtsquellen des 18. Jahrhunderts berichten von Verbrecherinnen als »liederliche Vetteln«.5 Spätestens durch die im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts veröffentlichten Studien des Veroneser Arztes Cesare Lombroso kennen wir la donna delinquente nicht nur als geborene Täterin, sondern eben auch als sexuell abnorme Frau.6 Daran anknüpfend bezichtigte der Pionier der Sexualwissenschaft, Richard von Krafft-Ebing, laszive Bonnen und Dienstmägde der Unzucht an Kindern.7 Und es war der Psychiatrieprofessor Emil Kraepelin, der schließlich bei jeder Diebin und Brandstifterin krankhafte Veranlagungen vermutete, wie sie mutmaßlich Hysterikerinnen kennzeichnen.8 So vielfältig diese Zuschreibungen sich auch gestalteten, bis zum Ersten Weltkrieg traten sie zwar immer massiver auf, doch kamen sie eher unsystematisch daher. Erst in den 20er Jahren hatten sich die vormals diffusen Diskursstränge von der ›unsittlichen‹, der ›kriminellen‹ und der ›kranken‹ Frau so aufeinander zubewegt, daß es nun möglich wurde, sie zu einer hermetischen und biologistisch legitimierten Typenlehre zu verdichten.

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Anmerkungen

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Authors and Affiliations

  • Brigitte Kerchner

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