Zum Thema Historische Aufführungspraxis

  • Peter Gülke

Zusammenfassung

Wie schön wäre es, wenn wir in einem zeitaufhebenden Salto mortale Herrn Johann Sebastian Bach hierher zitieren und einladen könnten, uns bei unseren Versuchen über die wahre Art, Bach zu spielen, beizustehen — ein frommer, ein hi-storistischer Wunsch: Nach vielen Erörterungen der Aufführungspraxis und nach vielen Versuchen wissen wir nur zu genau, daß der Begriff von Authentizität, den allein wir als Richtschnur benutzen können, historisch vermittelt sein muß, daß uns die Dialektik der Aneignung früherer Musik, konsequent wahrgenommen, zu dem Ergebnis zwingen müßte, Johann Sebastian Bach, wenn er hier unter uns säße, wäre nicht sein authentischster Interpret. Er würde uns über viele Details Auskunft geben können und würde viele unserer Fragen nicht verstehen, am wenigsten die sehr grundsätzlichen — und würde auf diese vermutlich genauso unwirsch reagieren wie seinerzeit gegenüber der Leipziger Obrigkeit.

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Notizen

  1. 1.
    C. Dahlhaus, Romantische Musikästhetik und Wiener Klassik, in: Archiv für Musikwissenschaft 29, 1972, S. 167–181CrossRefGoogle Scholar
  2. auch in: ders., Klassische und romantische Musikästhetik, Laaber 1988, S. 86–98.Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2006

Authors and Affiliations

  • Peter Gülke

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