Sprachliche Intersubjektivität
Zusammenfassung
Es ist das erklärte Ziel des Unternehmens von Habermas, einen umfassenden sozialtheoretischen Ansatz zu skizzieren, der nicht länger an die solipsistischen Voraussetzungen der modernen Subjekt- und Bewußtseinsphilosophie gebunden bleibt. Die Einführung und systematische Berücksichtigung verständigungsorientierter Sprechhandlungen geschieht in der Absicht, das cartesianische Paradigma des einsamen, selbstgewissen Denkens, welches die sozialphilosophische Diskussion zumindest in der frühen Moderne geprägt hatte, auf einsichtige Weise zu überwinden. Paradigmatisch für das kommunikative Handlungsmodell ist nicht länger die monologische Beziehung eines zweckrational handelnden Subjekts zu Dingen in der objektiven Welt, sondern die intersubjektive Beziehung, die sprach- und handlungsfähige Interaktionsteilnehmer eingehen, wenn sie sich miteinander über etwas verständigen. Aus diesem Grunde hofft Habermas mit einem Paradigmenwechsel in der Handlungstheorie, nämlich vom zielgerichteten zum kommunikativen Handeln,1 die Prämissen der Bewußtseins- und Subjektphilosphie verabschieden und an deren Stelle den Begriff der sprachlich konstituierten Intersubjektivität als kategorialen Ausgangspunkt plazieren zu können.
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