Der Feudalismus im alten Iran pp 143-149 | Cite as
Indische Verhältnisse und vergleichende Betrachtungen
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Zusammenfassung
Wenn wir zu den Verhältnissen im ältesten arischen Indien übergehen, so treffen wir dort schon von Anfang an auf ein Königtum1. Dieses Königtum ist oft erblich. Aber wir besitzen auch sichere Kriterien dafür, daß es ein Wahlkönigtum gegeben hat. Wir wissen indessen nicht, ob es eine bestimmte königliche Familie war, unter deren Mitgliedern die Wahl getroffen wurde. RV X 124,8 erwähnt, wie die Dorfschaften sich einen König wählen. AV I 9 hat man so interpretiert, daß diese Stelle auf eine Wahlkönigform mit der innerhalb einer bestimmten Familie begrenzten Wahl hindeute. Von der Wahl des Königs durch die Dorfschaften (Sippen) heißt es:
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Dich sollen die Dorf Schaften für das Königtum wählen, dich die Weltteile hier, die fünf göttlichen.
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Literatur
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- 2.Dumézil, a. a. O., S. 194, hat besonders diese Stelle angeführt; vgl. auch Schlerath, S. 45,68: tvám víśo vṛṇatām rājyáya tvám imálp pradíśah pánca devíḥ Zum Wort vis vgl. Zimmer, a. a. O., S. 159, der es mit „Gau“ wiedergibt, während er „Dorfschaft“ für das Wort grama beansprucht. „Sippe“ und „Dorfschaft“ scheinen aber gut zu korrespondieren.Google Scholar
- 3.Vgl. Zimmer, S. 161.Google Scholar
- 4.Schlerath, a. a. O., S. 154, übersetzt kṣatríyam als „den Kṣatriya“, was natürlich ebensogut möglich ist.Google Scholar
- 5.Vgl. Schlerath, S. 44 f., und RV X 124,8: „wie die Sippen ihren König wählen.“Google Scholar
- 6.Die Prozedur bei der Königswahl ist tatsächlich wenig bekannt. Die Rolle der Marut als Verleiher der Herrschaft (Ksatra) in der göttlichen Welt behandelt Schlerath, S. 120 ff.; ich komme in anderem Zusammenhang auf die Rolle der Marut zurück.Google Scholar
- 7.Vgl. Dumézil, S. 194. Zu den von der samiti ausgeübten Funktionen vgl. ferner Zimmer, S. 175 ff.; Weber, Indische Studien XVIII/1885, S. 199 f.; Über den Räjasuya, die Königsweihe, Berlin 1893, S. 20 Anm. 3; Bandyopadhaya, Development of Hindu Polity, Calcutta 1927, S. 87–93, 115–120; Dumézil, S. 54 f. mit Hinweis auf Weber, und S. 194 f. mit verschiedenen, hier z. T. wiedergegebenen Literaturverweisen.Google Scholar
- 8.Schlerath, S. 125, faßt sūta als „Wagenlenker“, eine zweite Bedeutung des Wortes. Aber in diesem Zusammenhang muß man mit Dumézil den sūta als „Barde“ auffassen. Schlerath scheint eigentümlicherweise die Darstellung Dumézils nicht zu kennen.Google Scholar
- 9.Vgl. besonders Weber, Indische Studien, S. 199 ff., und Dumézil, S. 54 f. Zu den „Königsmachern“ vgl. auch Schlerath, S. 124 f.Google Scholar
- 10.Vgl. Dumézil, S. 55 ff.Google Scholar
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- 13.So Pṛthu, vgl. Dumézil, S. 44.Google Scholar
- 14.Vgl. Pischel, Die Hofdichter des Lakṣmaṇasena, Abhandl. d. Ges. d. Wiss. zu Göttingen, hist. phil. Kl. XXXIX/1893, S. 3 f., mit Zustimmung von Dumézil, S. 71, angeführt. Vgl. ferner (für das Königsopfer) Weber, Episches im vedischen Ritual (SBAW 1891); Lüders, ZDMG LVIII/1901, S. 707 f.Google Scholar
- 15.Vgl. Hopkins, Cambridge History of India, Cambridge 1921, I, S. 271.Google Scholar
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- 18.Diese fünf königlichen Insignien werden in den Texten oft erwähnt.Google Scholar
- 19.Charpentier, Paccekabuddhageschichten, Uppsala 1908, S. 72.Google Scholar
- 20.Wird dadurch eine zur Rechten laufende Richtung, also eine in der Richtung der Sonne gehende Bewegung verstanden?Google Scholar
- 21.Das sind die für das Königtum kennzeichnenden Merkmale, vgl. Widengren, Die Religionen Irans, S. 348, mit Literaturangaben, und für Indien Senart, Essai sur la légende du Buddha, 2. Aufl., Paris 1882, S. 88–149, über die lakṣaṇa-s.Google Scholar
- 22.Charpentier, S. 155.Google Scholar
- 23.Das Pferd als Symboltier der Sonnengottheit hat keine zusammenfassende Darstellung gefunden. Für den Iran vgl. z. B. Widengren, S. 128, 184 (das Pferd, der Sonne geopfert). Zum alten Pferdeorakel vgl. Hehn, Kulturpflanzen, 6. Aufl., S. 44.Google Scholar
- 24.Charpentier, S. 158 mit Anm. 3, verweist auf Literatur zum Vergleich mit der Geschichte bei Herodot. Eigentümlich, daß die richtige Deutung des Orakels aus der neueren Literatur verschwunden ist. Eine Übersicht über die einschlägige indologische Literatur findet man bei Th. Zachariae, ARW XXI/1922, S. 491–493.Google Scholar
- 25.Vgl. Hoops, Reallexikon der germanischen Altertumskunde III, S. 89 f.Google Scholar
- 26.Nur im Gesetz der Landschaft Södermanland.Google Scholar
- 27.Vgl. G. Dumézil, Servius et la Fortune, Paris 1943, S. 221–230. Dumézil hat sich besonders für die Königswahl in Verbindung mit dem Gottesorakel interessiert.Google Scholar
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