Zusammenfassung
Begriffe wie “Informationsgesellschaft” und “Dienstleistungsgesellschaft” prägen das Bild hochentwickelter Volkswirtschaften. Bereits Fourastié beschäftigte sich in seiner Drei-Sektoren-Theorie mit dem Wachstum des tertiären Bereichs in entwickelten Volkswirtschaften1. Er begründet das Wachstum des Dienstleistungsbereichs damit, daß bei den Privatpersonen durch zunehmende Realeinkommen das relative Gewicht der Nachfrage nach Dienstleistungen zunimmt (sogenanntes Engel’sches Gesetz). Dabei haben global nicht die privaten, sondern hauptsächlich die industriellen Dienstleistungen zu einem explosiven Wachstum im Dienstleistungssektor geführt2. Der Anteil der zivilen Erwerbstätigen des Dienstleistungssektors der OECD-Länder betrug 1991 rund 64%3. In der Bundesrepublik Deutschland arbeiteten 1991 nur 57,4% der Erwerbstätigen in diesem Sektor. Gründe für die schwache Entwicklung des tertiären Sektors in Deutschland sind Versäumnisse in der Entwicklung zur Dienstleistungsgesellschaft, behindernde Rahmenfaktoren (z.B. hohe Regulierungsdichte im Tele-kommunikationsbereich4), insbesondere aber der hohe Anteil des industriellen Bereichs an der Dienstleistungsproduktion5. So werden in Deutschland noch viele Dienstleistungen im Bereich des produzierenden Gewerbes erbracht und somit statistisch auch in diesem Sektor erfaßt6. Im Vergleich hierzu werden in Ländern mit hohem Dienstleistungsanteil (z.B. USA) viele produktionsnahe Dienstleistungen bereits von spezialisierten Dienstleistungsunternehmen (z.B. Ingineurbüros) erbracht und somit auch als Dienstleistung erfaßt.
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