Wie Männer Beziehungen herstellen

  • Holger Brandes

Zusammenfassung

Die amerikanische Sozialpsychologin Elizabeth Aries hat in einigen interessanten Untersuchungen die Interaktionsmuster von Männern und Frauen in geschlechtshomogenen und gemischten Gruppen verglichen (Aries 1984). Sie kommt dabei zu dem Ergebnis, dass in gemischten Gruppen Männer in den Interaktionen dominieren, wobei sie sowohl mehr Interaktionen anstoßen, als auch häufiger solche auf sie gerichtet werden. Obwohl es sich bei den von ihr untersuchten Gruppen nicht um therapeutische handelte, sondern um experimentell zusammengestellte Gruppen von CollegeStudentinnen und -Studenten, zeigten sich auch auf der inhaltlichen Ebene signifikante Unterschiede zwischen Männern und Frauen: In den Männergruppen sprachen die Teilnehmer kaum über sich selbst, ihre Gefühle oder persönliche Dinge, sondern testeten vornehmlich die fachlichen Kompetenzen untereinander ab. In den Frauengruppen dominierten dagegen Inhalte, die mit Kategorien wie „Selbst“, „Gefühl“ oder „Familie“ in Verbindung stehen. In den gemischten Gruppen zeigte sich dann ein als „dramatisch“ bezeichneter Wandel im Verhalten der Männer, insofern diese in der Gegenwart von Frauen begannen, auch über sich zu sprechen und Gefühle zu äußern. Bei den Frauen dagegen differierte der Interaktionsstil von der geschlechtshomogenen zur gemischten Gruppe kaum.

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© Leske + Budrich, Opladen 2001

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  • Holger Brandes

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