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Begriffsbestimmung: Was ist eine Kleinpartei?

  • Dirk van den Boom

Zusammenfassung

Über den Begriff der „Kleinpartei“ gibt es in der Parteienforschung keinerlei Einigkeit. Das liegt nicht zuletzt daran, daß es den Begriff der „Kleinpartei“ gar nicht gibt. In der wissenschaftlichen Literatur wird eine Vielzahl von Begrifflichkeiten gewählt, um eine Vielzahl unterschiedlicher Parteien zu untersuchen. „Klein“ ist dabei eine oft willkürlich gesetzte Meßgröße. Begriffe wie „sonstige Parteien“ oder „Splitterparteien“ oder „andere Parteien” finden sich in gleicher Beliebigkeit. Zumeist sind damit schlicht jene Gruppierungen gemeint, die bei Wahlen nicht im Parlament vertreten sind. Erreichen jedoch „sonstige“ Parteien eine gewisse Stimmenzahl — wie z. B. die Republikaner — fallen sie plötzlich aus dem Raster der „sonstigen“ Parteien heraus, auch dann, wenn sie nicht ins Parlament einziehen konnten. Das kann bei einen Wahlergebnis von 1–2% oder bei nahe 5% beginnen. Es kann aber auch passieren, daß eine der „sonstigen“ Parteien plötzlich herausgehoben wird, weil sie besonders publizistisch tätig war und Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit geweckt hat2.

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Literatur

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    Das ist allerdings für die Parteienforschung erst einmal nicht weiter ungewöhnlich, dieGoogle Scholar
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    Obgleich man auch hier auf Grenzfälle trifft. So war die Statt-Partei zwar bis zu den Hamburger Bürgerschaftswahlen 1997 in einem Landtag vertreten - und fiel mithin aus der quantitativen Eingrenzung heraus -, stellte sich jedoch im restlichen Bundesgebiet als typische Kleinpartei dar, nicht zuletzt auch eben im Hinblick auf Organisation und Wahlerfolge. Die Statt-Partei wird in dieser Untersuchung zumindest am Rande mit einbezogen, da sie nach der Wahl 1997 auch die quantitative Definition einer Kleinpartei wieder erfüllt.Google Scholar
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    Die ja wiederarm in der Parteienforschung auch nicht definiert sind - was den Verfasser vor die Aufgabe stellt, einen Begriff von etwas abzugrenzen, das seinerseits keine allgemeingültigen Kriterien fur eine Abgrenzung bereitstellt.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1999

Authors and Affiliations

  • Dirk van den Boom

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