Zusammenfassung
Es gibt zwei mögliche Konzeptionen der kulturellen Tätigkeit Frankreichs im Ausland. Die erste ist diejenige, die von der Alliance Française9 dargestellt wird und von den meisten der Instituts Français in Europa sowie im amerikanischen Kontinent: dort geht es darum, einer kleinen frankophilen Elite Informationen und künstlerische bzw. literarische Werke nahezubringen. Würde man sich damit begnügen, in Deutschland diese Konzeption anzuwenden, so wäre das gleichermaßen unwirksam und gefährlich. Es wäre unwirksam, weil die schmale Schicht der gutbürgerlichen Kräfte, die bereit ist, gesellige Vorträge zu hören, heute ebenso ohne wirklichen Einfluß ist, wie sie es gestern war, als es darum ging, sich dem Nazismus entgegenzustellen; sie hat diesen vielmehr passiv über sich ergehen lassen, wenn sie ihn nicht sogar begünstigt hat. Gefährlich wäre die Anwendung jener Konzeption, weil diejenigen, die das Deutschland von morgen aufbauen und repräsentieren werden, sich von Frankreich abwenden würden, wenn dies ihnen lediglich eine zeitenthobene Kultur anbietet.
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