Einleitung: Armutskarrieren in der sozialpolitischen und sozialwissenschaftlichen Diskussion

  • Monika Ludwig
Part of the Studien zur Sozialwissenschaft book series (SZS, volume 165)

Zusammenfassung

Armutskarrieren sind erst seit wenigen Jahren ein eigenständiges Thema soziologischer Analyse. Im Rahmen eines neuen Forschungsansatzes, der dynamischen Armutsforschung, werden nicht Armutssituationen, sondern kürzere oder längere Armutsepisoden im Lebensverlauf beschrieben und erklärt. Die dynamische Armutsforschung versteht sich als Teil der neueren soziologischen Lebenslauf- und Biographieforschung (Kohli 1978a, Voges 1987, Weymann 1989, Berger/Hradil 1990, Heinz 1991a, b, Mayer 1991a). In der vorliegenden Arbeit geht es darum, verbreitete Annahmen über Lebensverläufe und soziales Handeln von Armen herauszuarbeiten und empirisch zu überprüfen. Damit steht ein handlungstheoretisches Karrierekonzept im Zentrum der Arbeit. Sie knüpft insoweit an Überlegungen der Chicago-Soziologie bzw. der interaktionistischen Theorie sozialer Probleme an.

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. Blume (1960), Iben (1968, 1971), Aderhold (1970), Adams (1971), Haag (1971), Albrecht (1973a), Christiansen (1973), Hess/Mechler (1973), Höhmann (1973, 1976), Zöllner (1973), Abels/Keller (1974), Hubbertz (1975), Kögler (1976), Preusser (1977), Bura (1979), Stoltenberg (1979), Vaskovics/Weins (1979, 1983), Bauer (1980), Hess-Diebäcker (1980), Adam-Lauer u.a. (1981), Mühleis/Palkovich (1981), Becher (1982).Google Scholar
  2. 2.
    Hervorhebungen in Zitaten, die ein Autor selbst vorgenommen hat, werden im folgenden übernommen, ohne gesondert auf den Urheber hinzuweisen. Wenn ich im nachhinein in einem Zitat bestimmte Worte oder Begriffe hervorhebe, so ist dies entsprechend vermerkt.Google Scholar
  3. 3.
    Während der Begriff der Karriere in modernen sozialwissenschaftlichen Handwörterbüchern auf Berufslaufbahnen beschränkt wird, lassen etymologische Wörterbücher einen weiterreichenden Bedeutungshorizont erkennen: Das französische Wort “carrière” stammt aus dem 16. Jahrhundert und heißt ursprünglich “Rennbahn”; es geht selbst wiederum auf das italienische “carriera” bzw. das lateinische “carraria” zurück, was im deutschen “Fahrweg” bedeutet (Gamillscheg 1969: 194, Dauzat u.a. 1993: 128). Im “Oxford Dictionary of English Etymology” (1966:146) werden neben der ursprünglichen Bedeutung “Rennbahn” bzw. “racecourse” auch die Begriffe “course of action” bzw. “course of life or employment” genannt. Koschnick (1984) bezieht den Begriff “career” im “Standard Dictionary of the Social Sciences” auf den beruflichen Werdegang, verweist aber zusätzlich darauf, daß “es im Englischen gleichgültig (ist), ob es sich um eine Aufwärts- oder Abwärtsbewegung handelt; der Begriff ist nicht wie im Deutschen mit der Vorstellung von beruflichem Aufstieg verbunden” (69).Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1996

Authors and Affiliations

  • Monika Ludwig

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