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Bürger und Verwaltung in den fünf neuen Bundesländern

  • Stefan Löwenhaupt
Part of the KSPW: Transformationsprozesse book series (TRANSFORMATION, volume 7)

Zusammenfassung

Im Anschluß an die Implosion (Derlien 1991) des sozialistischen Regimes der DDR 1989/90 wurde mit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Teilstaaten am 3. Oktober 1990 nach Art. 23 GG ein Transformationsprozeß in Gang gesetzt, der sowohl Fragen des strukturellen als auch des kulturellen Wandels aufgeworfen hat. Beide Aspekte wurden in der politik- und verwaltungswissenschaftlichen sowie soziologischen Forschung zwar rasch aufgegriffen1, wenig Aufmerksamkeit wurde bislang jedoch der Frage gewidmet, welche Einstellungen die Bürger in den fünf neuen Ländern gegenüber jenen Institutionen und Akteuren entwik-kelt haben, denen letztlich die Aufgabe zufallt, den auf der staatlichen (Makro-) Ebene durch den Einigungsvertrag initiierten Transformationsprozeß zu implementieren: die auf lokaler Ebene wirkenden Behörden und Beschäftigten der öffentlichen Verwaltung. In der folgenden Untersuchung soll deshalb der Frage nachgegangen werden, welche Einstellungen, Orientierungen und Urteile sich bei der Bevölkerung in den neuen Bundesländern nach drei Jahren Erfahrung mit den für sie neuen westdeutschen Verwaltungsstrukturen herausgebildet haben, und welche Erklärungen dafür herangezogen werden können. Ausgangspunkt der Untersuchung ist dabei die Vermutung, daß bei den Bürgern in Ostdeutschland nach den Erfahrungen mit über 40 Jahren Kaderverwaltung und „politisierter Inkompetenz“ (Derlien 1991: 46) noch eine relativ große Unsicherheit und ein geringes Verständnis für die unbekannten Behördenstrukturen und Verwaltungsprozesse vorhanden sein dürfte.

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1995

Authors and Affiliations

  • Stefan Löwenhaupt

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