In der Gutenberg Galaxie - Betriebswirtschaftslehre als Wirtschaftswissenschaft

  • Gerald Prabitz

Zusammenfassung

Gehen wir nun über zu einer detaillierteren Befragung des produktionstheoretischen Konzeptes von Erich Gutenberg als der grande narrative der deutschen Nachkriegsbetriebswirtschaftslehre in ihren textstrategischen Komponenten.1 Vor allem durch den 1951 erschienenen ersten Band seiner Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre (die Produktion), und den dort angeschlagenen Ton, hat er die deutschsprachige Betriebswirtschaftslehre grundlegend verändert und bis in die heutigen Tage geprägt.2 Entsprechend der angegebenen Absicht soll im folgenden versucht werden, die grundlegenden strategisch-stilistischen Momente seines Modells herauszuarbeiten — und diese Absicht, dieses neue Herangehen rechtfertigt m.E. auch die Rekonstruktion eines weithin bekannten theoretischen Gebildes. Durch diese rekonstruktive Arbeit werden die Andockpunkte (bzw. Ablöspunkte) späterer Theorienbildung bei Gutenberg sichtbar werden. Damit sollte klar sein, daß keinerlei persönliche Invektiven, ja nicht einmal die Kritik eines Ansatzes im Mittelpunkt steht, sondern der Versuch eines bestimmten Verstehens. Es interessiert entsprechend der vorausgegangenen Überlegungen nicht die Frage der Wahrheit, der begrifflichen Subtilität, der Geschlossenheit, der Gültigkeit, Einfachheit oder der Erklärungskraft der jeweiligen Ansätze (um kurz die zentralen Kriterien herkömmlicher Wissenschaftstheorien anzuführen), sondern vielmehr die Herausarbeitung einer bestimmte Grundhaltung, eines wissenschaftlichen Temperaments und einer legitimen Vorgangsweise (Denkstil). Es interessiert auch und vor allem der Auf- oder Nachweis, einer thematischen Einheitlichkeit, der Durchgängigkeit einer Thematik und der weitgehenden Konvergenz von Gegenstands- und Problemdefinitionen. Unter einer derartigen Betrachtungsweise stehen somit andere Objekte als in einer traditionellen wissenschaftstheoretischen oder wissenschaftshistorischen Abhandlung im Mittelpunkt.

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© Deutscher Universitäts-Verlag GmbH, Wiesbaden 1996

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  • Gerald Prabitz

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