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Die „Treuhand“ als „Winkelried“

Privatisierungsagentur und Stabilisierungsfaktor
  • Wolfgang Seibel
Part of the Reihe: Der Bürger im Staat book series (BÜRG, volume 3)

Zusammenfassung

Die DDR-Regierung unter dem Ministerpräsidenten Modrow hatte zum 1. März 1990 eine Anstalt zur treuhänderischen Verwaltung des Volkseigentums (Treuhandanstalt) gegründet. 1 Die Aufgabe dieser Ur-Treuhandanstalt bestand im wesentlichen in der Umwandlung der Kombinate und Volkseigenen Betriebe in Kapitalgesellschaften — GmbHs und AGs — nach westdeutschem Privatrecht. Die eigentlichen Wirtschaftsverwaltungsstrukturen der DDR wurden durch die Gründung der Treuhandanstalt nicht berührt. Diese bestanden aus Industrieministerien mit branchenmäßigem Ressortzuschnitt, denen die zentralgeleiteten Kombinate und Volkseigenen Betriebe unterstanden. Die Industrieministerien waren der Plankommission beim Ministerrat der DDR berichtspflichtig. Einem besonderen Ministerium für bezirksgeleitete Industrie und Lebensmittelindustrie unterstanden die „Bezirkswirtschaftsräte“ bei den Räten der Bezirke der DDR. Den Bezirkswirtschaftsräten untergeordnet waren — ähnlich wie den Industrieministerien, nur in kleinerem Maßstab — Kombinate (die so genannten Bezirksgeleiteten Kombinate) und Volkseigene Betriebe (vgl. Materialien zum Bericht der Lage der Nation im geteilten Deutschland 1987, Bundestagsdrucksache 11/11 vom 18.2.1987, 111–118).

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Literaturhinweise

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2002

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Seibel

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