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Die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit

Versuch einer Zwischenbilanz
  • Jörn Mothes
  • Jochen Schmidt
Part of the Reihe: Der Bürger im Staat book series (BÜRG, volume 3)

Zusammenfassung

Vierzig Jahre DDR hinterließen nicht nur große ökonomische Probleme, wenngleich diese in der öffentlichen Diskussion der letzten zehn Jahre häufig im Vordergrund standen. Zu den Hinterlassenschaften der SED-Diktatur gehören auch die Folgen des vielfältig praktizierten, politisch motivierten Unrechts. Oppositionelles, widerständiges oder auch nur abweichendes Verhalten wurde kriminalisiert. Die Ereignisse von 1953 und 1968, dramatische Fluchtversuche über die innerdeutsche Grenze, später das Erstarken emanzipatorischer, politischer Gruppen unter dem Dach der Kirche oder der Freikauf politischer Häftlinge boten immer wieder Handlungsfelder für die Geheimpolizei der DDR, das Ministerium für Staatssicherheit. Hinzu kamen die Konflikte, die aus der Zunahme der Zahl der Ausreiseantragsteller einerseits und dem verstärkten Ringen der DDR um außenpolitische Anerkennung andererseits resultierten. Der Geheimdienst reagierte nach 1976 mit der Psychologisierung seiner Methoden und erklärte große Teile der eigenen Bevölkerung zum „Feind“.

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2002

Authors and Affiliations

  • Jörn Mothes
  • Jochen Schmidt

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