Konzepte der Freizeitforschung
Zusammenfassung
Wir haben bereits mehrfach festgestellt, daß Freizeitforschung zwar eine Fülle von Resultaten zum Thema erarbeitet hat, gleichzeitig aber ein Beispiel für problemorientierte Sozialwissenschaft in dem Sinne ist, als sie sich im engen Rahmen einer Spezialdisziplin bewegt und ihren theoretischen Rahmen in der Regel aus den spezifischen Sachverhalten gewinne, die sie untersucht, selten aber einen Bezug zu allgemeinen sozialen Prozessen und zu generelleren Theorien herstellt. Entsprechend ist die theoretische Seite der Freizeitforschung nicht sehr weit entwickelt. Eine solche Behandlung des Freizeitproblems ist typisch für weite Bereiche der sog. Angewandten Sozialwissenschaften: Das Phänomen wird als politisch-normatives Konzept diskutiert und als Strategie zur Verfolgung bestimmter Interessen beurteilt. Kurz: Freizeitphänomene kommen erst dann auf den Tisch, wenn sie zu „sozialen Problemen“ zu werden beginnen. Die besonderen Umstände, denen sich dann eine solche „problemorientierte Forschung“ gegenübersieht, machen eine „Problembehandlung“ erforderlich, die unzureichend sein muß: Es wird eine Vielzahl empirischer Einzelstudien mit meist ad-hoc konstruierten Meßinstrumenten produziert. Die Resultate dieser Studien sind meist schwer vergleichbar oder widersprüchlich. Es fehlt oft eine gemeinsame begriffliche Ausgangsbasis.
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