Jöns Jacob Berzelius pp 36-39 | Cite as
Der Weg zum Professor
Zusammenfassung
Berzelius war zwar in seinen wissenschaftlichen Arbeiten und Anschauungen ganz unabhängig, nicht aber finanziell. Seine Lage als unbezahlter Adjunkt war sehr bedrückend. Er lebte im Haus des Unternehmers Lars Gabriel Werner, der „stolzer“ Besitzer einer schlecht gehenden „Anstalt für künstliche Mineralwässer“ war. Berzelius hatte hier karge Kost und Logis, wofür er in wissenschaftlichen Leistungen als Arzt und Chemiker „zahlen“ mußte. Trotz dieses „preiswerten“ Mediziners warf die Anstalt wenig Geld ab. Berzelius selbst war in seiner Lebensführung nicht gerade verwöhnt und auch im Essen wenig anspruchsvoll, doch die Freunde schienen besorgt, weil er immer mehr vom Fleische kam. Eine geringe finanzielle Erleicherung brachte das Amt eines Armenarztes, doch er benötigte Geld zur Begleichung von Schul-den, die er mit dem jungen Chemiker Gustav Magnus Schwartz bei der Einrichtung eines (dann allerdings schlechtbesuchten) Vorlesungskurses gemacht hatte. Sein Ziel, „Lehrer und Gelehrter“ zu werden, schien nahezu unmöglich, da er keine Chancen auf eine besoldete Anstellung am Institut hatte. Nachdem am Institut die Stelle des Professors Anders Sparrman frei geworden war, bewarb sich Berzelius darum, doch erfuhr er wieder eine Zurückstellung, denn ein anderer Bewerber, der nahezu gleichaltrig war, wurde ihm vorgezogen und 1805 als Professor am chirurgischen Institut angestellt. Gleichzeitg ernannte das Collegium medicum Berzelius zwar zum Assessor, was aber nicht an ein Gehalt gebunden war.
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