Zusammenfassung
Knapp die Hälfte aller Unteroffiziere und etwa drei Viertel der Offiziere der Bundeswehr sind verheiratet. Nimmt man die Anzahl derjenigen hinzu, die in einer festen Partnerschaft leben, so wird deutlich, wie viele Soldatinnen und Soldaten vor der Notwendigkeit stehen, dienstliche Anforderungen mit den Interessen und Bedürfhissen ihrer Partner in Übereinstimmung zu bringen. Weit über die Hälfte aller Soldatenehen/-partnerschaftsbeziehungen werden durch Kinder ergänzt, die zusätzlich Dynamik in das Verhältnis von Familie und Beruf des Vaters und in jüngerer Zeit zunehmend auch der Mutter bringen (vgl. Meyer 1989). Die Frage nach der Vereinbarkeit zwischen den Berufsbedingungen des Soldaten und seiner Familie hat in der letzten Zeit zunehmend an wissenschaftlicher und administrativer Aufmerksamkeit gewonnen (vgl. Wehrbeauftragter 2004: 17ff). Begreift man dies als Reflektion sich verschärfender Problemlagen, so verweist dies auf erhebliches Friktionspotenzial. Nun sind Soldatenfamilien zunächst einmal Familien wie andere auch. Im folgenden soll daher der Zusammenhang zwischen Beruf und Familie allgemein skizziert werden, bevor auf die besonderen Rahmenbedingungen des Soldatenberufs eingegangen wird, die für Soldatenfamilie eine besondere Lage konstituieren. Daran schließt sich eine Schilderung der Problemfelder von Soldatenfamilien an, bevor abschließend nach den Möglichkeiten und Grenzen von Problembewältigungsstrategien gefragt wird.
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