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Die Umsetzung der zwölf Antworten in therapeutische Praxis: Erörterung, Beispiele und Vergleiche zwischen verschiedenen Ansätzen

  • Hans-Jürgen Walter

Zusammenfassung

„Soweit für die Arbeit am Lebendigen sich überhaupt Regeln aufstellen lassen, können sie niemals starre Vorschriften, niemals Rezepte im strengen Sinn des Wortes sein, die jeweils eine eindeutig bestimmte Verfahrensweise als ein für allemal Erfolg verbürgend festlegen. Allenfalls können sie entweder weit gefaßte Rahmenanweisungen sein; diese geben dann lediglich an, was auf keinen Fall zum Ziel führt, und was unbedingt vermieden werden muß, um den Gegenstand der Arbeit nicht von vornherein zu zerstören oder sonstwie, etwa durch Verbauen des eigenen Weges, das ganze Bemühen zunichte zu machen. Oder, wenn die Regeln mehr ins einzelne und positive gehen, können sie grundsätzlich nur Hinweise auf Be din-gungszusammenhänge zwischen gewissen Abwandlungen der Arbeitsbedingungen: der Verfassung, der Verhaltensweise und der Lebensumstände des behandelten Wesens einerseits und gewissen Abwandlungen der anzuwendenden Verfahren andererseits enthalten. Diese Art von Regeln kann man allerdings — im Gegensatz zur Ausführung einer starren Vorschrift — nur bei wirklichem Verständnis der Aufgabe und nur in ununterbrochener ,Fühlung‘ mit dem Gegenstand des Bemühens sinngemäß befolgen“ (Metzger, 1962, S. 78).

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Literatur

  1. Dem Teufel kann man natürlich keine schöpferische Freiheit zubilligen. Da man ihm zutraut, daß er Macht über Menschen ausübt, muß man natürlich auch vor anderen Menschen auf der Hut sein und möglichst vorbeugend ihre möglicherweise „teuflische Freiheit“ einzwängen.Google Scholar
  2. Vgl. die früheren Hinweise auf die „Aktionsforschung“. **)Die Zitate sind Kemplers Buch „Grundzüge der Gestalt-Familientherapie“ entnommen.Google Scholar
  3. Das hieße in der Sprache des dargestellten Persönlichkeitskonstrukts (vgl. IL, 2): die Anwesenden in die „Gegenwartsperspektive“ seines „Lebensraumes“ aufzunehmen, was Erweiterung bedeuten, aber möglicherweise die „Ordnung“, etwa in Richtung Kompliziertheit, verringern würde, je nach vorhandenem „Ordnungsgrad“ und der vorhandenen „Durchlässigkeit“ der „Lebensraumbereiche“. Damit wäre immerhin eine Beziehungsgrundlage entstanden, die der Person ermöglicht, weiteren Nutzen aus dem Gruppengeschehen und dem Kontakt mit einzelnen zu ziehen: z.B. „Neustruk-turierung“ des „Lebensraumes“ durch Verringerung vorhandener „Rigidität“, fortschreitende „Differenzierung“ und „Erweiterung der Zeitperspektive“.Google Scholar
  4. TZI = themenzentrierte Interaktion (vgl. die folgenden Seiten)Google Scholar
  5. Dieses Verständnis der „Postulate“ dürfte Mißverständnisse der folgenden Art ausschließen: „1. Das TZI-System widerspricht dem Minimalkonsensus aller Emanzipationsbegriffe, indem es Ziele und Normen festsetzt. 2. Die scheinbar von Bevormundung befreiende Aufforderung des Hauptpostulats (gemeint ist Postulat 1, hjw) führt über das Phänomen der Metakomple-mentarität zu erneuter Abhängigkeit“ (Vogt, 1975, S. 380–383).Google Scholar
  6. Die verwendeten Fragebogen, die genaue Beschreibung der Untersuchungsbedingungen und die faktoranalytischen Ergebnisse sind enthalten in Speierer (1976). Einen Überblick über neueste Untersuchungsergebnisse, welche die positive Wirksamkeit klientenzentrierten methodischen Vorgehens (auch im pädagogischen Bereich) in Gruppen bestätigt, gibt Tausch (1976).Google Scholar
  7. Hinweise auf in dieser Hinsicht weiterführende ökologische Forschungen finden sich z.B. bei Smith (1976). Zur ökologischen Forschung gehört z.B. auch die empirische Untersuchung der Auswirkungen bestimmter Einstellungen von Therapeuten auf den therapeutischen Prozeß (vgl. Combs, Avila, Purkey, 1976, insbesondere den Teil daraus in 1975, S. 176 bis 181); vgl. ferner über „ökologische Sozialisa tionsforschung“ das Buch von Bronfenbrenner (1976).Google Scholar
  8. Vgl. Anmerkung auf S. 25: Parallele zur Aktionsforschung.Google Scholar
  9. In der Psychoanalyse wird dieses Problem unter „Übertragung-Gegenübertragung“ gefaßt.Google Scholar
  10. Damit befaßt sich in Deutschland z.B. Jörg F engler (1978); vgl. auch Lazarus und Fay (1977).Google Scholar
  11. In anderen Fällen kann er auch über die reine Wiederholung im Sinne der „Verbalisierung (noch nicht explizit vom Klienten ausgesprochener) emotionaler Erlebnisinhalte“ hinausgehen.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1985

Authors and Affiliations

  • Hans-Jürgen Walter

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