Zusammenfassung

Die mit einem Staat, einer Nation oder einer Kulturregion befassten Studien im Sinne einer umfassenden „Landeskunde“ haben schon im 18. und 19. Jh. eine Rolle gespielt (z.B. über Russland, das Osmanische Reich oder die Vereinigten Staaten von Amerika). Die Bezeichnung „Deutschlandforschung“, wie sie gegenwärtig verwendet wird, ist jedoch nur auf dem Hintergrund der deutschen Teilung nach 1945 verständlich. Als Sammelbegriff für die auf die SBZ/DDR, den Vergleich der beiden Staaten in D, die → Deutschlandpolitik und schließlich nach 1990 auf die deutsche Vereinigung bezogenen Untersuchungen bezeichnet Deutschlandforschung ein multidisziplinäres Feld, auf dem die jeweiligen Fachwissenschaften das ihnen zugeordnete Sachgebiet, z.B. das politische System, die Rechtsordnung oder das Bildungswesen, behandeln. Angestrebt wird zugleich eine umfassende, die verschiedenen gesellschaftlichen Bereiche integrierende Betrachtung im Sinne der klassischen area studies oder neuerer system- oder kulturvergleichender Konzepte. Deutschlandforschung gehört zu dem Typus der „Integrationswissenschaften“, in der je nach Fragestellung und Gegenstand eine „Mutterdisziplin“ mit anderen Nachbardisziplinen kooperiert.

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Literatur

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2000

Authors and Affiliations

  • Oskar Anweiler

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