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Ursachen und Folgen abnehmender Effizienz in der DDR-Landwirtschaft

  • Adolf Weber
Part of the Am Ende des realen Sozialismus book series (RSOZ, volume 4)

Zusammenfassung

Es gab keinen Produktionszweig außerhalb der Landwirtschaft in der DDR, der eine vergleichbare Beseitigung existierender Betriebe aufweist. Von einst 867 250 Bauernbetrieben, die nach der Bodenreform vorhanden waren, gab es am Ende der DDR nur noch 4 308 landwirtschaftliche Großbetriebe (LPG u. VEG). Das waren ein halbes Hundertstel des Ausgangsbestandes. Im Bundesgebiet waren es 1989 immerhin noch 40% der 1949 vorhandenen landwirtschaftlichen Betriebe.1 Es kann kein Zweifel bestehen, daß diese Betriebsauflösungen Folgen zeitigten.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Adolf Weber, Umgestaltung der Eigentumsverhältnisse und der Produktionsstruktur in der Landwirtschaft der DDR. In: Materialien der Enquete-Kommission: „Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland“ (12. Wahlperiode des Deutschen Bundestages), hrsg. vom Deutschen Bundestag, Band II, 4, Baden-Baden 1995, S. 2809–2888.Google Scholar
  2. 2.
    Zum Sowjetmodell der Landwirtschaft gehören neben Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) noch staatliche Güter, in der DDR Volkseigene Güter (VEG) genannt, und die individuelle, arbeitsaufwendige Produktion aus der persönlichen Hauswirtschaft. Wegen der Raumbegrenzung werden sie in diesem Beitrag nicht näher beachtet.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. „Der Tagesspiegel“, 18. Januar 1997, Nr. 15 867, S. 3.Google Scholar
  4. 4.
    Nach den Angaben von Schürer hatte die DDR um diese Zeit 20 Mrd. Dollar Auslandsschulden, das waren rund 1200 US-Dollar oder 2400 DM je Kopf der Bevölkerung. Das war kein unvorstellbar hoher Betrag, viele Entwicklungsländer, wie z.B. Argentinien, hatten 1990 mit 1429 US $ je Kopf der Bevölkerung einen höheren Schuldenbetrag, nur die DDR war mit ihrer Planwirtschaft und Devisenbewirtschaftung weit weniger kreditfähig (vgl. World Development Report 1992, S. 218ff.). Zu jüngeren Berechnungen vgl. Armin Volze, Zur Devisenverschuldung der DDR — Entstehung, Bewältigung und Folgen, in diesem Band, S.151–183. Es gab weitere deutliche Anzeichen einer sich beschleunigenden, abnehmenden Wettbewerbsfähigkeit der DDR-Wirtschaft auf den Weltmärkten. So halbierte sich die „Devisenertragskennziffer“ (Mark der DDR-Exportproduktion pro Valutaerlös oder pro Deviseneinheit) von 0,536 Valutmark des Jahres 1970 auf 0,246 Valutamark bis zum Jahre 1988. Das heißt, es mußten 1988 bereits 4,07 Mark exportiert werden gegenüber 1,87 Mark im Jahre 1970, um eine Einheit Devisen zu erhalten. Gespräch mit Gerhard Schürer: „Es wäre besser gewesen, wir wären früher pleite gegangen“. Protokoll eines Gesprächs über den Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft mit Gerhard Schürer, ehem. Mitglied des Politbüros des ZK der SED und Vorsitzender der Staatlichen Plankommission der DDR am 9. August 1991 in Berlin. Deutschland Archiv, Jg. 25 (1992), S. 132.Google Scholar
  5. 5.
    Ebenda, S. 136. — Siehe hierzu auch Gerhard Schürer, Hans-Hermann Hertle, Gerd-Rüdiger Stephan (Hrsgg.), Das Ende der SED. Die letzten Tage des Zentralkomitees. 3. Aufl., Berlin 1997, S. 380–388. Auf der 10. Tagung des ZK der SED am 10. November 1989 berichtete Gerhard Schürer über die seit 1970 bestehende und zunehmende Verschuldung der DDR.Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. Hans-Hermann Hertle, Der Weg in den Bankrott der DDR-Wirtschaft. Das Scheitern der „Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik“ am Beispiel der Schürer/Mittag-Kontroverse im Politbüro 1988. In: DA, Jg. 25 (1992), S. 127–131.Google Scholar
  7. 7.
    Vgl. Schürer (s. o. Anmerkung 4), S. 138.Google Scholar
  8. 8.
    Weher (s. o. Anm. 1), S. 2873.Google Scholar
  9. 9.
    Das DDR-Handbuch wurde vom Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen herausgegeben und erschien in drei verbesserten und erweiterten Auflagen, Köln 1975, 1979 und 1985.Google Scholar
  10. 10.
    Stephan Dabbert unter Mitarbeit von Eberhard Krayl und Peter Schäfer, Die deutsche Landwirtschaft unter EG-Bedingungen. Landwirtschaftliche Rentenbank, Schriftenreihe, Band 4, Frankfurt/Main 1991, sowie H. Gollnick, P. Wissing, J. Heinrich, Die Landwirtschaft der DDR Ende der achtziger Jahre — Bestandsaufnahme und Übergang zur Marktwirtschaft (Agrarwirtschaft, Sonderheft 126), Hannover 1991.Google Scholar
  11. 11.
    Hans Watzek, Wie stand es um die Landwirtschaft der DDR?. In: Ludwig Elm, Dietmar Keller und Reinhard Mocek (Hrsgg.), Ansichten zur Geschichte der DDR. Bonn, Berlin 1966, S. 337–374. — (Der Autor Watzek [DBD] war Landwirtschaftsminister in der Mo-drow-Regierung vom November 1989 bis März 1990).Google Scholar
  12. 12.
    Ch. Böse, J. Welschof, H. Neumetzier und G. Schmidt, Auswirkungen der geänderten Rahmenbedingungen auf die Landwirtschaft der neuen Bundesländer. Untersuchungen auf sektoraler Ebene. In: W. Henrichsmeyer, K. Schmidt (Hrsgg.), Die Integration der neuen Bundesländer in den europäischen Agrarmarkt (Agrarwirtschaft, Sonderheft 129), Hannover 1991, S. 69–96.Google Scholar
  13. 13.
    Ch. Böse, J. Welschof, H. Neumetzier und G. Schmidt, Auswirkungen der geänderten Rahmenbedingungen auf die Landwirtschaft der neuen Bundesländer. Untersuchungen auf sektoraler Ebene. In: W. Henrichsmeyer, K. Schmidt (Hrsgg.), Die Integration der neuen Bundesländer in den europäischen Agrarmarkt 1991Ebenda, S. 72.Google Scholar
  14. 14.
    Diesen Fragen für den gesamten Agrarsektor gehen nach: Ulrich E. Koester und Karen M. Brooks, Agriculture and German Reunification. World Bank Discussion Paper, No. 355, Washington 1997, S. 3ff.Google Scholar
  15. 15.
    Weber, (s. o. Anm. 1), S. 2818 ff, 2836.Google Scholar
  16. 16.
    Diethelm Gabler, Entwicklungsabschnitte der Landwirtschaft in der ehemaligen DDR. In: Gießener Abhandlungen zur Agrar- und Wirtschaftsforschung des Europäischen Ostens, Band 214, Berlin 1995, S. 24.Google Scholar
  17. 17.
    Siehe hierzu: Christel Nehrig, Zur sozialen Entwicklung der Bauern in der DDR 1945–1960. In: Zeitschrift für Agrargeschichte und Agrarsoziologie, Jg. 41(1993), S. 66–76. — Die Meinung der Autorin, der 1952 vom Deutschen Bundestag beschlossene Lastenausgleich für Kriegs- und Vertreibungsgeschädigte sei ein Motiv für die Aufgabe des Hofes und Verlassen der SBZ/DDR gewesen, könnte höchstens für aus den Ostgebieten stammende Neusiedler gelten. Für die in der DDR ansässigen Altbauern kann dies nicht zutreffen, denn für reine „Sowjetzonenflüchtlinge“ wurde das Lastenausgleichs- und Beweissicherungsgesetz erst 1965 verabschiedet. Niemand dieser Altbauern hätte 1953 für ein mehr als ein Jahrzehnt später erlassenes Gesetz unter normalen Umständen seinen Hof aufgegeben, es war neben den administrativen Maßnahmen der „Verdrängung“ der Großbauern die „sozialistische“ Perspektive der Kollektivierung, die sie abschreckte.Google Scholar
  18. 18.
    Weber (s. o. Anm. 1), S. 2885.Google Scholar
  19. 20.
    Von 1952 bis 1953 verloren die Betriebe von 20 bis 100 ha 700 000 ha. Das waren innerhalb von anderthalb Jahren, bis zur Verabschiedung des Neuen Kurses im Juni 1953, schon 10,8% der Landwirtschaftlichen Nutzfläche. Dies geschah in erster Linie durch konzentrierte Kampagnen der Verleumdung, des Vorwurfs beabsichtigter Sabotage bei ausstehenden Sollverpflichtungen, der Strafandrohung, des Eigentumsentzugs durch die SED und der davon bestimmten Verwaltung. Siehe hierzu: Watzek (s. o. Anm. 11), S. 343–347. Herbert Wolf, Das Verhältnis von Ökonomie und Politik in der DDR. Möglichkeiten und Realitäten ihrer Entwicklung, ebenda, S. 25. Siegfried Wenzel, Die DDR-Wirtschaft im Spannungsfeld zwischen objektiven Bedingungen und Politik der SED, ebenda, S. 114.Google Scholar
  20. 21.
    Die Vorgänge, insbesondere auch der Bodenreform, sind ausführlich beschrieben: Weber (s. o. Anm. 1), S. 2839.Google Scholar
  21. 22.
    Es wurde zunächst der Verlust von 1949 bis 1970 berechnet, denn die Bundesstatistik wurde danach von der Landwirtschaftlichen Nutzfläche (LN) auf das Konzept der Landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) umgestellt. Ziergarten, Rasenflächen, private Parkanlagen und die landwirtschaftliche Sozialbrache sind nicht mehr enthalten, die LF ist daher kleiner als die LN. Der errechnete Bedarf von 560 qm LN pro zusätzlichem Einwohner für die Zeit von 1949 bis 1970 kann daher auch für 1970 bis 1989 unterstellt werden. Das ergibt daher von 1970 bis 1989 einen Verlust an LF von 72 800 ha (1,3 Millionen Personen mal 560 qm = 72 800 ha LN).Google Scholar
  22. 23.
    Vgl. Peter Hrubesch, Horst Lambrecht, Konrad Merkel, Karl Hohmann, Landwirtschaft (Sonderdruck aus Materialien zum Bericht zur Lage der Nation im geteilten Deutschland 1987), hrsg. vom Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen, S. 704.Google Scholar
  23. 24.
    Vgl. Holger Thiele, Zur Dekollektivierung des Agrarsektors der neuen Bundesländer, Agrarwissenschaftliche Dissertation, Kiel 1997.Google Scholar
  24. 25.
    Vgl. Konrad Merkel, Agrarproduktion und Nahrungsmittelverbrauch. In: Edgar Tümmler, Konrard Merkel, Georg Blohm, Die Agrarpolitik in Mitteldeutschland und ihre Auswirkung auf Produktion und Verbrauch landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Berlin 1969, S. 322.Google Scholar
  25. 26.
    Vgl. Werner Tornow, Die Entwicklungslinien der landwirtschaftlichen Forschung in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung ihrer institutionellen Formen. Hiltrup bei Münster 1955, S. 110ff. — Ferner: Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (Hrsg.), Geschichte, Gegenwart und Ausblick. Gelsenkirchen-Buer 1987, 286 S.Google Scholar
  26. 27.
    Vgl. Text unter den GraphikenGoogle Scholar
  27. 28.
    Vgl. Yujiro Hayami und Vernon W. Ruttan, Agricultural Development. An International Perspective. 2nd revised edition. Baltimore and London 1985.Google Scholar
  28. 29.
    Otto Rosenkranz, Stand und weitere Entwicklungen der industriemäßigen Produktion im Feldbau sozialistischer Landwirtschaftsbetriebe. In: Zeitschrift für Agrarökonomik, Jg. 8 (1965), S. 37–45 (hier S. 40).Google Scholar
  29. 30.
    H. Feil, Intensivierung und Einführung industriemäßiger Produktionsmethoden aus der Sicht eines produktionsleitenden Organs der Landwirtschaft. In: Zeitschrift für Agrarökonomik, Jg. 8 (1965), S. 84–86.Google Scholar
  30. 31.
    Vgl. Thiele (s. o. Anm. 24), S. 19 f.Google Scholar
  31. 32.
    Stichwort: Landwirtschaft, in: DDR-Handbuch, Band I, 1985, S. 784. — Höhere Landmaschinenpreise galten schon zu Beginn der 70er Jahre. Vgl. Adolf Weber, Zur Entwicklung und Effizienz des Einsatzes der Produktionsfaktoren in der Landwirtschaft der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik. In: Agrarwirtschaft, Jg. 23 (1974), S. 142–154.Google Scholar
  32. 33.
    Statistisches Amt der DDR, Statistisches Jahrbuch der Land-, Forst- und Nahrungswirtschaft 1990, Berlin (Ost), S. 22.Google Scholar
  33. 34.
    Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Statistisches Jahrbuch über Ernährung, Landwirtschaft und Forsten 1990, 1994, S. 20, 22.Google Scholar
  34. 35.
    Stichwort: Landwirtschaft, in: DDR-Handbuch 1985, Band I, S. 800.Google Scholar
  35. 36.
    W. von Oertzen-Haupt, J. Welschof, G. Schulz und A. Wapenhans, Die Ausgangslage der Landwirtschaft in den neuen Bundesländern: In: Henrichsmeyer, Schmidt (s. o. Anm. 12), S. 3–43.Google Scholar
  36. 37.
    Die Traktorenproduktion der DDR ging dramatisch von 16 000 im Jahre 1970 auf 4 000 Stück (1980) und bis 1988 sogar auf 2 000 Traktoren zurück. Der Import von jährlich 5 083 Traktoren für die Jahre 1985, 1988, 1989 reichte für den Ersatz des Traktorenbestandes nicht aus. Vgl. Statistisches Jahrbuch der DDR, Berlin (Ost), 1990, S. 31.Google Scholar
  37. 38.
    Vgl. von Oertzen-Haupt, Welschof, Schulz, Wapenhans, (s. o. Anm. 36), S. 24.Google Scholar
  38. 39.
    Norbert Gebauer, Vergleichende Untersuchung zur Instabilität der pflanzlichen Agrarproduktion in der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland. Kiel 1990, S. 88.Google Scholar
  39. 40.
    Norbert Gebauer, Vergleichende Untersuchung zur Instabilität der pflanzlichen Agrarproduktion in der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland. Kiel 1990Ebenda, S. 89.Google Scholar
  40. 41.
    Norbert Gebauer, Vergleichende Untersuchung zur Instabilität der pflanzlichen Agrarproduktion in der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland. Kiel 1990Ebenda, S. 235ff.Google Scholar
  41. 42.
    Eberhard Schulze, 7500 Jahre Landwirtschaft in Deutschland. Von den Bandkeramikern bis zur Wiedervereinigung. Ein kurzer Abriß der Agrargeschichte. 2.Aufl., Selbstverlag, Leipzig 1995, S. 224ff.Google Scholar
  42. 43.
    Dieter Schulz, Kapitalistische Länder überflügeln. Die DDR-Bauern in der SED-Politik des ökonomischen Wettbewerbs mit der Bundesrepublik von 1956 bis 1961. In: Hefte zur DDR-Geschichte, 16, Berlin 1994, S. 41.Google Scholar
  43. 44.
    Dieter Schulz, Kapitalistische Länder überflügeln. Die DDR-Bauern in der SED-Politik des ökonomischen Wettbewerbs mit der Bundesrepublik von 1956 bis 1961. In: Hefte zur DDR-Geschichte, 16, Berlin 1994Ebenda, S. 6 f.Google Scholar
  44. 45.
    Andreas Hanke, Winfried Ranke, Jürgen Winkler, So funktionierte die DDR, Band 2, Rein-bek 1994, S. 1161 f.Google Scholar
  45. 46.
    Agrarpolitik, in: DDR-Handbuch, Band I, 1985, S. 19.Google Scholar
  46. 47.
    Vgl. auch Gabler (s. o. Anm. 16), S. 266ff.Google Scholar
  47. 48.
    Vgl. ebenda, S. 168 f.Google Scholar
  48. 49.
    Hrubesch, Lambrecht, Merkel, Hohmann (s. o. Anm. 23), S. 428.Google Scholar
  49. 50.
    Zitiert nach von Oertzen-Haupt, Welschof, Scholz, Wapenhans (s. o. Anm. 36), S. 27.Google Scholar
  50. 51.
    Laut Agrarbericht der Bundesregierung von 1994, S. 64, gab es 1989/90 im Vereinigten Königreich im Durchschnitt je Betrieb 84 Rinder und 64 Milchkühe. Höchstbestände für einzelne Tierarten sind in der Quelle für kein Land berichtet. Auch bei Schweinen gab es eine hohe durchschnittliche Konzentration je Betrieb mit 473 Stück in den Niederlanden, in Irland mit 454 Stück, im Vereinigten Königreich mit 447 Stück und in Dänemark mit 293 Stück. Es ist vermessen anzunehmen, die gesamten Tierbestände in der DDR hätten ohne grundlegende Strukturänderung im europäischen Markt je wettbewerbsfähig sein können.Google Scholar
  51. 52.
    Vgl. Hrubesch, Lambrecht, Merkel Hohmann (s. o. Anm. 23), S. 450ff.Google Scholar
  52. 53.
    Vgl. Watzek (s. o. Anm. 11), S. 356.Google Scholar
  53. 54.
    Nach den Angaben der FAO erreichte die DDR in der Periode 1983/85 einen Selbstversorgungsgrad von 91%. Vgl. FAO, Agriculture: Toward 2000 (Revised Version 1987), C 87/27, July 1987, S. A19.Google Scholar
  54. 55.
    Einen Überblick über die Wechselvolle, bizarre Gesamtpreispolitik der DDR vermittelt: Wilfried Maier, Zur Preispolitik der DDR. In: Elm, Keller Mocek (Hrsgg.) (s.o. Anm. 11), Bd. VI. Bonn, Berlin 1996, S. 243–298.Google Scholar
  55. 56.
    Vgl. Agrarpolitik, Agrarpreissystem, in: DDR-Handbuch (s. o. Anm. 9), Bd. I 1985, S. 21.Google Scholar
  56. 57.
    Ebenda, S. 22.Google Scholar
  57. 58.
    Statistisches Jahrbuch der DDR, 1990, S. 305.Google Scholar
  58. 59.
    Agrarsteuern. (s. o. Anm. 9), Band 1, 1985, S. 29.Google Scholar
  59. 60.
    Vorschläge zur Sicherung einer hohen Effektivität der Bauinvestitionen in der Landwirtschaft und Nahrungsgüterwirtschaft im Zeitraum 1982–1985, Vertrauliche Verschlußsache (Az.: B 52402/81), 36 S.; BArch Berlin, DE 1/VA 54809.Google Scholar
  60. 61.
    Vorlage für die Staatliche Kommission zur Vorbereitung und Durchführung der Agrarpreis-reform, eingereicht als Vertrauliche Verschlußsache (Az.: B 132–52/80) vom 3. Juni 1980 von Domagk (Staatssekretär im Amt für Preise) und Dr. Cesarz (Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium), BArch Berlin, DN 7/1622.Google Scholar
  61. 62.
    Vorlage für die Staatliche Kommission zur Vorbereitung und Durchführung der Agrarpreis-reform. Einreicher: Minister für Land-, Forst- und Nahrungswirtschaft vom 5.12.1981. Vertrauliche Verschlußsache (Az.: B 132150/81), 32 S., BArch Berlin, DN 7/1622.Google Scholar
  62. 63.
    Dies gelang jedoch bei der Preisstützung für Produktionsmittel nur zur Hälfte. Im Zeitraum 1984 bis 1988 betrugen diese Preisstützungen im Jahresdurchschnitt noch 3,3 Mrd. oder 536 Mark je ha LN. Von 1979 bis 1983 hatten die Preisstützungen für Produktionsmittel noch 6,5 Mrd. oder rund 1 000 Mark je ha LN betragen. Vgl. Stat. Jahrbuch der DDR, lfd. Jgg.Google Scholar
  63. 64.
    Alle Angaben nach Stat. Jahrbuch der DDR, Abschnitt XI: Land- und Forstwirtschaft, versch. Jgg.Google Scholar
  64. 65.
    Gemessen als Bruttoprodukt der Land- und Forstwirtschaft nach Produktionszweigen in vergleichbaren Preisen (Basis 1985), Ebenda, 1990, S. 223.Google Scholar
  65. 66.
    Bundesministerium der Finanzen, Bericht der Bundesregierung über die Entwicklung der Finanzhilfen und der Steuervergünstigungen für die Jahre 1987 bis 1990 (Zwölfter Subventionsbericht), Bonn 1989, S.6 und S. 230. Die Marktordnungskosten der EG für die Bundesrepublik betrugen 1988 insgesamt 10,2 Mrd. DM, das wären 857 DM je ha. Sie wurden für das frühere Bundesgebiet deshalb in den Vergleich nicht einbezogen, weil die in der DDR die mit dem Absatz, der Verarbeitung, der Lagerhaltung, dem Import, dem Export, der Devisenbewirtschaftung von landwirtschaftlichen Produkten entstandenen Kosten nicht berichtet wurden. Es konnte deshalb für die oben erwähnten Kosten der Marktordnung keine einigermaßen äquivalente Position für die DDR eingesetzt werden. Sie könnte die aufgezeigten Größen der für die Land- und Ernährungswirtschaft staatlichen Finanzhilfen und Zuschüsse in beiden Gebieten nicht wesentlich verändern. Vgl. ebenda, S. 9.Google Scholar
  66. 67.
    Zentralstelle für Preise, Grundprobleme der weiteren Gestaltung der ökonomischen Maßnahmen in der sozialistischen Landwirtschaft im Zeitraum ab 1991. Vertrauliche Verschluß-sache (Az.: B 422–2/86), 8. Ausfertigung, 16 Blatt, BArch Berlin, DK 101/3, — Eingereicht wurde obige Vorlage als Entwurf (zum) Beschluß zur Gestaltung des Agrarpreisniveaus für die Haupterzeugnisse und für andere wichtige ökonomische Maßnahmen in der Landwirtschaft ab 1991. Vertrauliche Beschlußfassung (Az.: B 422–6/88), 8. Ausfertigung, 32 Blatt. Verantwortlich zeichneten die Genossen: Bruno Lietz (Landwirtschaftsminister), Walter Halbritter (Leiter des Amtes für Preise) und Höfner (Finanzminister), BArch Berlin, DK 101/3.Google Scholar
  67. 68.
    Die für die Landwirtschaft verantwortlichen kommunistischen Führer im Zentralkomitee, Gerhard Grüneberg (1921–1981) und Werner Felfe (1928–1988), verzichteten in ihren Beiträgen grundsätzlich auf internationale Vergleiche. Sie konzentrierten sich in ihren Darlegungen auf einzelne Produktionsziffern und Erscheinungen, die bar jeder analytischen Aussage waren. Der Hauptgegenstand ihrer Ausführungen war neben den üblichen kommunistischen Redetributen (Bodenreform, Genossenschaften, industriemäßige Produktion usw.) sowie der Erweisung steter Reverenz für Marx, Lenin, Honecker ein „Organisieren“ der Landwirtschaft von oben. Die sich ändernde relative Knappheit der einsetzbaren Ressourcen schien in der DDR keine Preisüberlegungen zu erfordern. Die Einengung und Einseitigkeit der Preisplaner auf die eigene DDR-Erfahrung entsprach dem der Parteispitze. Siehe hierzu: Gerhard Grüneberg, Agrarpolitik der Arbeiterklasse zum Wohle des Volkes. Ausgewählte Reden und Aufsätze 1957–1981. Berlin (Ost) 1981. Werner Felfe, Alles mit den Menschen — Alles für die Menschen. Ausgewählte Reden und Aufsätze. Berlin (Ost) 1987.Google Scholar
  68. 69.
    Vgl. Maier, Zur Preispolitik der DDR, [...] (s. o. Anm. 11 und 55), S. 286.Google Scholar
  69. 70.
    Lung-Fai Wong, Agricultural Productivity in the Socialist Countries. Boulder und London 1986, S. 100Google Scholar
  70. 71.
    Dabbert, Krayl, Schäfer (s. o. Anm. 10).Google Scholar
  71. 72.
    Vgl. Böse, Welschof, Neumetzier, Schmidt (s. o. Anm. 12), S. 71 f.Google Scholar
  72. 73.
  73. 74.
    Ebenda, S. 72. — Das rechnerische Defizit von 10,3 Mrd. DM würde möglicherweise um etwa 5 Milliarden DM niedriger ausfallen, da die DDR-Landwirtschaft pro Flächeneinheit mehr Steuern und Abgaben zahlen mußte, dafür aber weniger Zinsleistungen erbrachte. Vgl. Adolf Weber, Stand und Entwicklung der DDR-Agrarproduktion. In: Agrar-Fachtagung. Agrarwirtschaft und Agrarwissenschaften der DDR an der Schwelle der 90er Jahre am 1. Februar 1989. Forschungsstelle für gesamtdeutsche wirtschaftliche und soziale Fragen. FS-Analysen, 5–1989, S. 27–37.Google Scholar
  74. 75.
    Vgl. Agrarbericht der Bundesregierung, 1997, S. 14 f.Google Scholar
  75. 76.
    Peter Pollack, Die Landwirtschaft in der DDR und nach der Wende. Paulinenaue 1997. Wissenschaftliche Expertise für die Enquete-Kommission. Manuskript, 80 S.Google Scholar
  76. 77.
    Koester, Brooks (s. o. Anm. 14), S. 24. Thiele, (s. o. Anm. 24).Google Scholar
  77. 78.
    Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, Der Aufbau in den neuen Bundesländern. Leistungsbilanz der Bundesregierung. Aktuelle Beiträge zur Wirtschafts- und Finanzpolitik, Nr. 1 (1997), S. 54ff.Google Scholar
  78. 79.
    Vgl. oben, S. 250.Google Scholar
  79. 80.
    Statistisches Jahrbuch der DDR, 1990, S. 215.Google Scholar
  80. 81.
    Agrarbericht der Bundesregierung 1997, S. 9.Google Scholar
  81. 82.
    Der Aufbau [...] (s. o. Anm. 78), S. 33ff.Google Scholar
  82. 83.
    Statistisches Jahrbuch der DDR, 1990, S. 425.Google Scholar
  83. 84.
    Der Gesamtbetrag aller Renten, die in den neuen Bundesländern gezahlt wurden, erreichte 1996 insgesamt 73 Mrd. DM. Vgl. Der Aufbau [...] (s. o. Anm. 78), S. 34.Google Scholar
  84. 85.
    Die Sowjetunion achtete darauf, daß die DDR vom kommunistischen Kurs nicht abwich: Vgl. Gerhard Wettig, Niedergang, Krise und Zusammenbruch der DDR. In: Eberhard Kuhrt in Verbindung mit Hannsjörg F. Buck und Gunter Holzweißig (Hrsgg.), Am Ende des realen Sozialismus. Beiträge zu einer Bestandsaufnahme der DDR-Wirklichkeit in den 80er Jahren. Bd. 1, Opladen 1996, S. 383, 388ff.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1999

Authors and Affiliations

  • Adolf Weber

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