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Methodischer Anhang

  • Christiane Grote
  • Gabriele Rosenthal

Zusammenfassung

Um Gesprächspartnerinnen für unsere Untersuchung zu finden, bedienten wir uns eines ebenso naheliegenden wie einfachen Mittels: Wir inserierten im Herbst 1986 in zwei lokalen Tageszeitungen mit folgendem Anzeigentext:

„Befragung zum Kriegserleben. Wir, eine Gruppe von Studentinnen, suchen für eine Studie über das Erleben des Zweiten Weltkrieges Gesprächspartnerinnen. Es interessieren uns sowohl die persönlichen Erlebnisse der Zivilbevölkerung als auch die der Wehrmachtsangehörigen. Wir freuen uns, wenn Sie sich zu einem Gespräch mit uns bereit erklären. (Telefonangabe) “

In ersten telefonischen Kontaktgesprächen wurden die Interessentinnen über Inhalt und Zielsetzung der Untersuchung informiert. Waren die Anruferinnen dann zu einem Gespräch bereit, baten wir sie um ihre Einwilligung zur Aufzeichnung des Gesprächs auf Tonband.

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Anmerkung

  1. 1.
    Stegreiferzählungen, d.h. mündlich konstituierte Diskurseinheiten, die „spontan“ in Gesprächen hervorgebracht werden, beziehen sich auf zurückliegende Handlungsabläufe und Ereignisfolgen und zeichnen sich dadurch aus, daß „singulare Abläufe aus der Retrospektive als sich prospektiv entwickelnde dargestellt weiden“ (Kalimeyer/Schütze 1977: 201). Damit wird der prinzipiell zukunftsoffene Horizont aktuellen Handelns aufrechterhalten, obwohl der/die Erzählerin die zukünftigen Stadien des Handlungsablaufs und das Ergebnis schon kennt. Sind also Erzählungen durch ihre dynamische Struktur charakterisierbar, so zeichnen sich Beschreibungen durch statische Strukturen aus. Vereinfacht läßt sich der Unterschied zwischen Erzählung und Beschreibung als der zwischen Dynamik und Statik fassen.Google Scholar
  2. 1.
    Zur Deskription der Auswahl der hier vorgestellten Lebensgeschichten vgl. 1.4Google Scholar
  3. 2.
    Da eine sehr detaillierte Darstellung des von mir in Anlehnung an die strukturale Hermeneutik Ulrich Oevermanns und die Erzähl- und Textanalyse Fritz Schützes konzipierten Auswertungsverfahrens bereits publiziert vorliegt (Rosenthal 1987: 143–244), verzichte ich an dieser Stelle auf eine genauere Deskription der Auswertungsschritte.Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 1990

Authors and Affiliations

  • Christiane Grote
  • Gabriele Rosenthal

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